K2 - 8611 Meter

K2

Bild: Der K2 von pakistanischer Seite aus. Der Normalweg führt über den Grat rechts.
Ganz links der Westgrat, in der Mitte die "Magic Line". (c) Evert Wesker

Ersteigungsgeschichte:

1909:
Der Herzog von Savoyen leitet eine Expedition, die im SE-Sporn (der Abruzzi-Grat) den besten Aufstiegsweg erkennen. Die Bergsteiger gelangen auf etwa 6000 Meter.

1938:
Amerikaner unter Charles Houston meistern die Schlüsselstellen am Abruzzi-Grat und gelangen bis zur "Schwarzen Pyramide".

1939:
Der Deutsch-Amerikaner Fritz Wiessner schafft mit dem Sherpa Pasang Dawa Lama ein Vorstoss bis in Gipfelnähe und scheitert, ohne Flaschensauerstoff zu nutzen, erst wenige hundert Meter unterhalb des höchsten Punktes. Die sensationelle Leistung wird von einem Fiasko überschattet: beim Abstieg verlieren drei Sherpas und Dudley Wolfe ihr Leben.

1953:
Dr. Charles Houstons Expedition erreicht 7770 Meter, bevor man wegen Schlechtwetter umkehren muss.

1954:
Einer italienischen Großexpedition und Ardito Desio gelingt die erste Besteigung! Am 31. Juli erreichen A. Compagnoni und Lino Lacedelli den höchsten Punkt über den Abruzzi-Grat.

1975:
Nachdem bis 1975 kein Permit vergeben worden ist, sind 1975 Polen am Berg: 19 Bergsteiger müssen ihre Lasten selbst schleppen, da für Träger das Geld fehlt. Über den Nordostgrat versucht man den Gipfelaufstieg, muss jedoch nach Vorstössen bis 8250 und 8400 Meter aufgeben.

1977:
Japaner stürmen den K2 mit einem Mammutteam (50 Japaner und 1500 Träger!) und sind auf dem Weg der Erstbesteiger erfolgreich: am 8.August gelingt die Zweitbesteigung des K2.

1978:
Chris Bonington versucht sich am Westgrat. Doch nach dem Lawinentod Nick Estcourt´s wird die Expedition abgebrochen.
Zwei Seilschaften der Expedition des Amerikaners J. Whittaker erreichen den K2-Gipfel über den Nordostgrat. Am 6. September sind
Lou Reichardt und Jim Wickwire erfolgreich, tags darauf auch die Seilschaft Rick Ridgeway und John Roskelly. Unterhalb der Gipfelwand müssen die Amerikaner aber durch die Ostwand zum Abruzzigrat queren und vollenden über den Normalweg den Aufstieg. Hervorzuheben ist aber, dass die zweite Seilschaft ohne Flaschensauerstoff aufstieg!

1979:
Eine Kleinexpedition unter Reinhold Messner schafft die vierte Besteigung. R. Messner und Michl Dacher erreichen am 12. Juli den Gipfel. Das ursprüngliche Ziel, der SSW-Grat (den Messner die "Magic Line" taufte) musste aufgegeben werden.
Franzosen versuchen sich noch im gleichen Jahr an der Magic Line, unter ihnen
Pierre Béghin und Yannick Seigneur, müssen aber auf 8400 Meter wegen Schlechtwetter abbrechen. Jean-Marc Boivin fliegt vom Lager IV (7600m) mit dem Paraglider talwärts. Neun Jahre später ist er der erste Mensch, der den Paraglide-Flug vom Everest-Gipfel wagt - erfolgreich!

1981:
Japaner unter Terudo Matsuuura können die Erstbegehung der Westwand verbuchen: am 7. August stehen Eiho Ohtani (bereits 1978 am Rakaposhi-Nordgrat erfolgreich) und Nazir Ahmad Sabir auf dem Gipfel.

1982:
Wieder sind Japaner am Berg und wieder erfolgreich: ihnen gelingt die Erstbegehung des Nordgrates: am 14. und 15. August erreichen sieben Japaner den Gipfel, alle solo kletternd und ohne Flaschensauerstoff! Einer kommt beim Abstieg ums Leben.

1983:
Italiener können die Nordgrat-Route der Japaner vom Vorjahr erfolgreich wiederholen: in zwei Seilschaften gelingt am 31. Juli 1983 A. Da Polenza und J. Rakoncaj (Tschechien) der Gipfel, am 4. August dann auch Sergio Martini und Fausto De Stefani.
Ein internationales Team unter Doug Scott gelingt die Erstbegehung des SSE-Sporns bis knapp unterhalb der Schulter.

1985:
Marcel Rüedi und Norbert Joos sind nach 1979 die ersten, die den Gipfel über die Normalroute erreichen. Erhard Loretan und Eric Escoffier erreichen den Gipfel Wochen später.

1986:
Viele Bergsteiger-Teams belagern den Berg. Unter anderem sind die ersten Frauen durch Wanda Rutkiewicz und Lilliane Barrard am Gipfel. Der Franzose Benoit Chamoux steigt in nur 23 Stunden auf den Gipfel! Auch Josef Rakoncaj erreicht den Gipfel und ist bis heute (Stand 2001) der einzige Mensch, der mehr als einmal (nach 1983) den K2-Gipfel ereicht hat. Daneben gelingt am 3. August zwei Polen (W. Wröz und P. Piasecki) und und einem Tschechen (P. Bozik) der erste erfolgreiche Aufstieg über die "Magic Line" (SSW-Grat). Für Gespräch sorgte auch der Aufstieg von Tomo Cesen, der alleine über den SSE-Sporn zur Schulter aufstieg und dann, ohne Gipfelversuch, über den Abruzzigrat abstieg. Eine nicht ganz reine Erstbegehung, obwohl als "Cesen-Route" bezeichnet, da Scott´s Team bereits 1983 diese Route kletterte.
Am 8. Juli erreichen der polnische Spitzenbergsteiger Jerzy Kukuczka und Tadeusz Piotrowski im Rahmen einer Expedition unter Dr. Karl-Maria Herrligkoffer über eine neue, schwere Route in der Südwand den Gipfel. Andere Mitglieder halten die Route für zu schwer und erreichen über den Normalweg den Gipfel. Piotrowski stürzt beim Abstieg tödlich ab.
Allerdings gibt nicht nur Gutes zu berichten: der Berg fordert in diesem Jahr mehr Tote als in allen Jahren vorher: 13 Bergsteiger sterben in mehreren tragischen Katastrophen! Kurt Diemberger überlebt das Drama im August mit Erfrierungen und völlig entkräftet, sein Freundin Julie Tullis nicht.

1991:
am 15. August vollenden Christophe Profit und Pierre Béghin die polnische NW-Grat - NW-Wand - N-Grat - Route und stehen bei Nachtanbruch auf dem Gipfel. Trekker auf dem Concordia-Platz nehmen die Blitzlichter auf dem Gipfel war.

1994:
Basken erklettern als erste den SSE-Sporn, eine Variante des Abruzzi-Sporns. Bei der Schulter mündet die Route in den Normalweg.

1995:
Eine weitere Katastrophe ereignet sich am K2, als ein orkanartiger Sturm sechs Bergsteiger vom Berg fegte. Unter ihnen die bekannte britische Höhenbergsteigerin Alison Hargreaves.

1997:
Japaner richten eine Variante der Westwandroute von 1981 ein. Mit am Berg sind auch nepalesische Sherpas, die ersten Sherpas im Karakorum seit Fritz Wiessners Zeiten von 1939.

1999:
1998 und 1999 wies der K2 jeden Versuch zurück. Lediglich Hans Kammerlander erreichte gemeinsam mit Konrad Auer eine Höhe von 8400 Metern auf der Baskenroute. Die beiden mussten aber in grundlosem Neuschnee aufgeben - viel zu anstrengend und gefährlich, zumal sie ohne Flaschensauerstoff aufstiegen.

2001:
Der Südtiroler Hans Kammerlander klettert mit dem französischen Profi Jean-Christophe Lafaille über die schwere "Cesenroute" zum Gipfel, die zwischen Abruzzigrat und Südwand verläuft. Nach vergeblichen Versuchen glückt Hans´ 13. Achttausender.

2006:
52 Jahre nach der Erstbesteigung des Beres ist es auch wieder eine Italienierin, die sich als erste italienische Frau in die Annalen der K2-Geschichte einschreibt: Nives Meroi besteigt den Berg ohne Zuhilfenahme von künstlichem Sauerstoff. Es ist bereits ihr 8. Achttausender-Erfolg.

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