Reinhold Messner (*1944)

Reinhold Messner

Bild: Reinhold Messner bei einem Vortrag in Oberhausen 2012.
(c) Thomas Mitterer

1944 in Villnöss / Südtirol geboren.

Bereits im Alter von 20 Jahren hatte er die schwierigsten Touren in den Dolmiten und Westalpen geklettert, oft gemeinsam mit seinem Bruder Günther. Messner bemühte sich stets, im alpinem Stil und mit geringstmöglicher Ausrüstung zu klettern. Am 31. Juli 2009 heiratet Messner, einen Tag früher als mitgeteilt, in Kastellbell-Tschars bei Meran seine langjährige Lebensgefährtin Sabine Stehle.

Websites: www.reinhold-messner.de und www.messner-mountain-museum.it

Gipfelbuch (Auszug):

- ´64 500 Klettertouren in den Ostalpen, besonders in den Dolomiten
1965 1.Begehung der direkten Ortler-Nordwand (Eiswulst)
1966 Walkerpfeiler, Grandes Jorasses
Rocchetta Alta di Bosconero, Nordwand, 2.Begehung
1967 „Weg der Freunde“, Civetta-NW-Wand, 1.Begehung
Agnér-Nordkante, 1.Winterbegehung
Furchetta-Nordwand, 1.Winterbegehung
Agnér-Nordostwand, 1.Begehung
1968 Agnér-Nordwand, 1.Winterbegehung
Heiligkreuzkofel-Mittelpfeiler, 1.Begehung
Eiger-Nordpfeiler, 1.Begehung
Marmolata, direkte Südwand, 1.Begehung
1969 Yerupaja: Erstbegehung der schwierigen Ostwand
Yerupaja Chico: Erstbesteigung
Droites-Nordwand: 1. Alleinbegehung
Philipp-Verschneidung an der Civetta: 1. Alleinbegehung
Marmolata di Rocca, direkte Südwand: 1. Alleinbegehung
1970 Nanga Parbat: Erstbegehung der extrem schwierigen Rupalwand. Bei der unfreiwilligen Überschreitung kommt Bruder Günther ums Leben.
1971 Reisen in die Berge von Persien, Nepal, Neuguinea, Pakistan, Ostafrika
1972 Noshaq (7492 m) im Hindukush
Manaslu-Expedition unter Wolfgang Nairz, bei der die Erstdurchsteigung der schweren Südwand gelingt. In einem Orkan in Gipfelnähe kommen Andi Schlick und Franz Jäger ums Leben, Messner findet wie durch ein Wunder den Weg ins rettende Lager.
1973 Marmolata-Westpfeiler, 1.Begehung
Furchetta-Westwand, 1.Begehung
1974 Eiger Nordwand in zehn Stunden, gemeinsam mit Peter Habeler.
Durchsteigung der Aconcagua-Südwand auf einer neuen Direktroute.
Expedition zum Makalu.
1975 Expedition zur Lhotse-Südwand unter Leitung von Riccardo Cassin. Kein Gipfelerfolg.
Hidden Peak, erste Besteigung eines Achttausenders im reinen Alpinstil, nur zu zweit gemeinsam mit Peter Habeler. Erstbegehung der NW-Wand.
1976 Mt. McKinley: neue Route mit Oswald Oelz durch die "Wand der Mitternachtssonne".
1977 Dhaulagiri-Versuch an der Südwand mit Peter Habeler. Der Versuch scheitert aufgrund der extremen Gefährlichkeit der Route.
1978 Kilimanjaro: Erstbegehung der Breach Wall mit Konrad Renzler. Die schwerste Route in Afrika!
Mount Everest: erste Begehung ohne Flaschensauerstoff, gemeinsam mit Peter Habeler.
Nanga Parbat: erster Alleingang auf einen Achttausender, zum Teil neue Route durch die Diamirwand.
1979 K2: nach Scheitern an der "Magic Line" erfolgreicher Aufstieg mit Michl Dacher über den Abruzzigrat.
Ama Dablam: Spontane Rettungsaktion für eine neuseeländische Expedition (unter ihnen u.a. Peter Hillary, Sohn von Sir Edmund Hillary), daher kein eigener Gipfelerfolg.
Erstbegehungen im Hoggar-Gebirge in Afrika.
1980 Mount Everest: erster Alleingang auf den Mount Everest (von tibetischer Seite, im Monsun!), noch dazu im absoluten Alpinstil.
1981 Shisha Pangma, erster Gipfelerfolg an einem Achttausender für Friedl Mutschlechner.
Chamlang, gemeinsam mit Doug Scott, Mittelgipfel-Nordwand 1. Begehung.
1982 Kangchenjunga (Gipfelerfolg mit Friedl Mutschlechner), Erstbegehung einer Variante in der Nordwand.
Gasherbrum II
Broad Peak
Cho Oyu: Versuch einer Winterbesteigung; erste gemeinsame Expedition mit Hans Kammerlander. Kein Gipfelerfolg.
1983 Cho Oyu: erfolgreiche Besteigung. Erfolgreiche Besteigung über eine Variante des Normalweges im Alpinstil. Am 5. Mai stehen Messner, Hans Kammerlander und Michl Dacher auf dem Gipfel.
1984 Hidden Peak & Gasherbrum II: erste Doppelüberschreitung zweier Achttausender, gemeinsam mit Hans Kammerlander.
1985 Annapurna: erste Begehung der schweren NW-Wand, gemeinsam mit Hans Kammerlander.
Dhaulagiri: Nordostsporn im Alpinstil
Tibet-Transversale mit Kailash-Erkundung.
1986 Im Winter am Makalu (8485m) gescheiter
Osttibet-Durchquerung
Makalu & Lhotse: zum ersten Mal gelingen zwei der "hohen Achttausender" (über 8400m) in einer Saison und innerhalb kürzester Zeit. Gemeinsam mit Hans Kammerlander, der weiß, dass er die Achttausender von nun an ohne Reinhold Messner angehen muss.
Mount Vinson.
1987 Bhutan-Reise
Pamir-Reise
1988 Yeti-Tibet-Expedition im Alleingang.
1989 Lhotse: gescheiterter Versuch an der Südwand mit einer starken Mannschaft.
Im November Start der Antarktis-Durchquerung mit Arved Fuchs (2800 km Laufstrecke).
1990
Gemeinsam mit Arved Fuchs gelingt die erste Durchquerung der Antarktis ohne Zuhilfenahme technischer Mittel.
1991 Bhutan-Durchquerung (Ost-West)
"Rund um Südtirol" mit Hans Kammerlander als Standortbestimmung.
1992 Chimborazo (6310m).
Durchquerung der Wüste Takla Makan in Sinkiang.
1993 Reise nach Dolpo, Mustang und Manang in Nepal
Grönland-Längsdurchquerung (Diagonale) zu Fuß, 2200 km Laufstrecke
1994 Säuberungsaktion in Nord-Indien/Gangotri, Shivling-Gebiet (6543m)
zum Ruwenzori (5119m),Uganda
1995 Arktis-Durchquerung (Sibirien-Canada) gescheit
Reise zum Belucha (4506m), Altai-Gebirge/Sibirien, Abbruch kurz vor dem Gipfel, als ein infernalischer Sturm einsetzt: der Sturm zerfetzt das letzte Lager, schließlich geht es nur noch ums Überleben.
1996 Reise durch Osttibet und zum Kailash
1997 Reise nach Kham (Osttibet)
Kleinexpedition ins Karakorum
Filmarbeit am Ol Doinyo Lengai (heiliger Berg der Massai) in Afrika
1998 Reise ins Altai-Gebirge (Mongolei)
Reise in die Puna de Atacama (Anden) für die ZDF-Serie "Wohnungen der Götter", Besteigung des Licancabur
1999 Reise zu den San-Francisco-Peaks / USA (heilig.Berg der Navajo Indianer, ZDF-Serie "Wohnungen der Götter"))
Reise in die Wüste Thar / Indien
2000 South Georgia: Durchschreitung auf den Spuren Shackletons.
Nanga Parbat: Versuch einer neuen Route an der Diamir-Wand.
Fujiama / Japan für die ZDF-Serie „Wohnungen der Götter“
2001

Dharamsala + Ausläufer des Himalaja / Indien
ZDF-Serie „Wohnungen der Götter“ am Gunung Agung auf Bali

2002 Im „Internationalen Jahr der Berge“ Besuch von Bergvölkern in den Anden und Besteigung des Cotopaxi (5897m) und des Carihuayrazo (5020m) im Rahmen einer Expedition gemeinsam mit Lesern der Zeitschrift ZEIT.
2003 Trekking zum Mt. Everest (Jubiläumstreffen zum 50sten Jahrestag der Erstbesteigung)
Reise nach Franz Joseph Land / Arktis
Am 1. Oktober Eröffnung der „Günther Mountain School“ im Diamir Tal am Nanga Parbat / Pakistan
2004

Nach seiner 5-jährigen Tätigkeit für die italienischen Grünen im EU-Parlament legt Messner sein Mandat nieder und hat nun wieder Zeit für seine privaten Pläne: er durchquert die Wüste Gobi in ihrer Länge („ein letzter Grenzgang zwischen Leben und Tod“): Allein, völlig auf sich gestellt und ohne jede logistische Unterstützung.
Im Mai 2004 bricht er von Bayant-Ukhaa in der Ostgobi auf, mit einem Rucksack, einem speziellen Wassercontainer und einer GPS-Uhr. Von Jurte zu Jurte, unterstützt nur von Hirtennomaden, schlägt er sich nach Westen durch, die Ost- und Südgobi bezwingend, dann eine sich 300 km hinziehende leere Steinscherbenwüste. Er durchwandert die Westgobi und kehrt nach Überquerung des Altai-Gebirges schließlich nach Ulan Baator zurück.
Messner, der seinen strapaziösen Marsch auch als Versuch begreift, mit dem Altern zurechtzukommen, kehrt mit Erfahrungen und Einsichten heim, die jeden von uns angehen.
Im Sommer durchsteigt Messner die Westwand des Ortler über eine neue Route und kann im September in Sulden das Eis-Museum "im Ende der Welt": MMM Ortles eröffnen - ein weiteres Museum seines Projektes "MMM" (Messner Mountain Museum).
Im August konnte Reinhold Messner endlich die sterblichen Überreste seines Bruders Günther im Familiengrab in Villnöss beisetzen.

2005 Am 17. Juli werden am Nanga Parbat, auf etwa 4300 Meter, die sterblichen Reste des am 29. Juni 1970 gestorbenen Günther Messner gefunden. Die Hetzkampagne von Max von Kienlin und Hans Saler gegen Reinhold Messner hat damit hoffentlich ein Ende.
Im August reist Messner mit einer Gruppe der Zeit und des DAV Summit Club zu einer Umrundung des Nanga Parbat-Massivs. Vor Ort identifiziert Messner die Leiche und verbrennt nach Entnahme von Gewebeproben (die später genetisch eindeutig Günther Messner zugeordnet werden) die sterblichen Überreste seines Bruders.
2006 Am 11. Juni wird in Bozen das 4. Messner-Mountain-Musuem ("MMM") eröffnet. Das "MMM Firmian" ist in Schloss Sigmundskron untergebracht. Öffnungszeiten: 11. Juni bis 24. Dezember; 10 – 18 Uhr; Montags geschlossen.
Drei weitere Museen (Sulden, Juval, Monte Rite) sind bereits zugänglich und ein letzter Standort für das Berg-Völker-Museum steht Reinhold Messner in Aussicht. Dieses soll 2008 eröffnet werden.
2011 Am 3. Juli eröffnet Messner mit dem Museum Ripa sein 5. und letztes Bergmuseum vor. Das MMM Ripa widmet sich den Bergvölkern.

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