Neuerscheinungen 2025:

 

2007     2008      2009      2010      2011      2012      2013      2014      2015      2016      2017      2018    2019    2020    2021    2022    2023    2024    2025 

DAV, OeAv & AVS: "Berg 2026" nach oben!

Hardcover, 256 Seiten, ISBN 978-3-7022-4320-3
Preis: 25,00 €, DAV 2025, Vertrieb über den Tyrolia-Verlag. Leseprobe hier.

JUBILÄUM: Mit Berg 2026 hält man nun den 150. Band des traditionsreichen Jahrbuches in der Hand. Was für eine Geschichte!
Und dennoch steht im
BergFokus der Wandel im Mittelpunkt der Diskussion: während Georg Bayerle den vielschichtigen Wandel in den Alpen beleuchtet und Dominik Osswald den Klimawandel in den Alpen kritisch betrachtet widmet sich Stefan König großen Namen, die alpinistisch für Wandel gesorgt haben.
BergWelten taucht ein in die vielfältige (Alpin-)Geschichte der Hohen Tauern: sei es die Geschichte des Großvenedigers, sei es die wertvolle Ressource Wasser, sei es die mühsame Arbeit der "Alpen-Sherpas", die seinerzeit bei der Errichtung vieler Hütten maßgeblich mithalfen. Dies und mehr erlaubt dem Leser einen vielschichtigen Blick in das alpinistische Herz Österreichs.
BergMenschen: es müssen nicht immer die ganz großen Namen sein, die interessante Geschichten schreiben: Heidi Wettstein, Hüttenwirtin aus Passion; Felix Liebeskind, fast vergessener Alpinist aus dem 19. Jahrhundert und Walter Mair, AV-Obmann, Autor und Osttirol-Kenner sind gute Beispiele hierfür.
In
BergSteigen siniert Andi Dick über das zweischneidige Schwert des "free solo" und lässt hier Experten wie Alex Huber oder Dani Arnold zu Wort kommen. Und neben einem Einblick in die mexikanische Kletter-Comunidad in Chiapas und einem nicht unwichtigen Artikel von Nadine Regel zum Thema "Sexismus in den Bergen" liefert Andy Dick in "Sport und Leidenschaft" die Alpin-Chronik für das Jahr 2024 - alle Highlights der Könner, von Grönland bis Patagonien, von Alaska bis Nepal: es gibt weit mehr als den berühmten Stau am Hillary Step des Everest-SW-Grat. Und da BergSteigen nun einmal ungeheuer vielfältig ist und vielfältiger wird, gibt es zudem lesenswerte Artikel zum Thema E-Bike, den guten, doch alten Bergstock, zur Bergrettung (die leider immer häufiger nötig zu werden scheint) und zum Thema Wintertouren vs. Naturschutz.
BergWissen schaut wieder auf aktuelle Themen wie z.B. Klimaschutz, Overtourism und seine Risiken als auch auf die Astrofotografie, hier ist Norbert Span ein Fachmann par excellence (siehe hierzu auch meine Rezension zu seinem neuen Werk "Sterne über Tirol", ebenfalls im Tyrolia-Verlag erschienen).
Den Abschluss bildet wie gewohnt das Kapitel
BergKultur, wo, passend zum Jubiläum, zurückgeschaut wird auf die Geschichte des Jahrbuches, maßgeblich rückblickend auf die letzten 25 Jahre. Auch dem Zuzug des Wolfes wird sich gewidmet und der Autor Clemens Setz skizziert seine Erfahrungen mit dem Berg als Lehrmeister.
Fazit: auch der 150. Band hat nichts von seiner Vielfältigkeit und Aktualität verloren, im Gegenteil - hier findet jeder Berg- und Naturliebhaber viele interessante Artikel und lernen kann man bei der Lektüre ohnehin viel. Eine ganz klare Kaufempfehlung.

   

Herbke, Stefan: "Tyrolia Kalender 2026" nach oben!

Spiralbindung, 13 Blatt, ISBN 978-3-7022-4319-7
Preis: 12,00 €, Tyrolia-Verlag 2025. Nähere Produktinfos auf der Verlagsseite.

Der Tyrolia Kalender 2026 entführt Sie auf die schönsten Hütten Österreichs. Jedes Bild wird mit allen wichtigen Infos um die Hütte wie Zustieg, Öffnungszeit, Kontakt ect. ergänzt, denn das die Hütten einen Besuch wert sind, das weiß Autor Stefan Herbke, von dem auch die meisten Aufnahmen stammen. So auch das wunderschöne Titelbild der Erlanger Hütte in den Ötztaler Alpen, die auch das September-Motiv stellt. Doch auch die altehrwürdige Berline Hütte in den Zillertaler Alpen ist ebenso vertreten wie die Martin Busch-Hütte in den Ötztaler Bergen, die Nördlinger Hütte im Karwendel, die Coburger Hütte in den Mieminger Bergen usw.

Der Hochformat-Kalender mit den Maßen 15 x 34 cm dürfte als Terminplaner hervorragend geeignet sein. Neben Tierkreiszeichen und Mondphasen sind auch die jeweiligen Namenstage angegeben. Sonn- und Feiertage sind rot hervorgehoben - alles Details, die den rechten Überblick garantieren.

Der Kalender ist damit ein schönes Geschenk für alle, die die Berge lieben und sich auf den nächsten "Einkehrschwung" auf einer idyllisch gelegenen Hütte freuen.

   

Span, Norbert: "Sterne über Tirol" nach oben!

Hardcover, 200 Seiten, ISBN 978-3-7022-4302-9
Preis: 45,00 €, Tyrolia-Verlag 2025. Eine Leseprobe gibt es über die Verlagsseite auf book2look.

Man begegnet ihnen immer zahlreicher im Internet: wunderbare Fotos von nächtlichen Himmelsszenerien; sei es auf Hobbywebsites, professionellen Seiten oder auf den zahlreichen SocialMedia-Kanälen, die sich die Wunderwerke der Natur auf die Fahnen geschrieben haben. Norbert Span, Autor des vorliegenden Werkes, ist preisgekrönter Astrofotograf und weiß allerbestens, wie man den faszinierenden Sternenhimmel und wunderbare Bergwelt grandios ins rechte (Sternen)Licht rückt und kombiniert.

Doch das Buch ist vielmehr als eine Aneinanderreihung von Fotografien, die es zweifellos alle zu recht ins Buch geschafft haben. Span verrät uns, wie man seine Kamera korrekt einzustellen hat, abhängig vom Ziel der Aufnahme. Er gibt wertvolle Tipps zur Ausrüstung - nicht nur zur technischen Seite, denn eine Nacht in den Bergen kann lange und kalt sein. Und er nimmt uns auf seine Reise zu grandiosen Ergebnissen. Daneben gibt Norbert Span auch einen wissenschaftlichen Einblick in das, was wir aufs Bild bekommen möchten: was läuft in einem Stern ab? Welche Sternbilder lassen sich beobachten? Wie bekommt man einen Planeten gut fotografiert? ... Achja: und was das Tolle an Dosengulasch ist wird ebenso verraten :)

Dadurch entsteht zum einen ein toller Allround-Ratgeber zum Thema Astrofotografie, der Interessierten den Einstieg ins Thema vereinfacht und sicher auch versierteren Fotografen Tipps bietet. Zum anderen und vor allem aber ist das Buch ein bildgewaltiger Band, wo es dem Leser auch einmal die Sprache verschlagen darf. Großartig und fesselnd ist es, was man mit der Kamera auf das Bild bekommt, was dem Auge sonst verborgen bliebe.
Toll finde ich, dass zu jeder Aufnahme die wichtigen Spezifikationen wie Belichtungszeit, Blende und ISO-Wert mit angegeben sind: eine schöne Orientierungshilfe, gerade für Anfänger auf dem Gebiet.

Fazit: ein großformatiger Band (30 cm x 24 cm) mit 135 teils doppelseitigen Abbildungen, die große Lust machen, sich mit dem Thema näher zu befassen. Am Ende ist es aber ein tolles Buch für jeden Naturliebhaber! Man kann sich ja von den Bildern fesseln lassen, ohne gleich selbst des Nachts in die Berge zu ziehen.

   

Hemmleb, Jochen: "Spuren am Everest" nach oben!

Kartoniert, 320 Seiten, ISBN 978-3-03913-053-5
Preis: 42,80 CHF, AS-Verlag 2025. Nähere Infos auf der Verlagsseite. Website des Autors: https://jochenhemmleb.com

1999 verbrachte ich im Rahmen eines Seismik-Praktikums einige Zeit in Hannover und las eines Morgens beim Frühstück völlig elektrisiert von der Entdeckung der Leiche George Leigh Mallorys. Ich konnte es kaum fassen: 1924 am Everest verschollen und nun, nach vielen Jahrzehnten, wurde seine Leiche entdeckt und identifiziert. Zu verdanken hatte man den Fund dem Deutschen Jochen Hemmleb, der in akribischer Arbeit den möglichen Fundort eingrenzen konnte. Dank der günstigen Verhältnisse am Berg war man sehr rasch erfolgreich. Hier hörte ich also zum ersten Mal von Jochen Hemmleb.
Nach der erfolgreichen Expedition 1999 folgten weitere Expeditionen zum Everest, denn Irvines Leiche blieb vorerst nicht auffindbar. Daneben machte sich Hemmleb im Laufe der Jahre einen Namen als Buchautor, Übersetzer anderer Werke (so z.B. von "Winter 8000", ein Buch der vielfach ausgezeichneten Autorin Bernadette McDonald), Vortragsredner usw.

Zum Buch: In seinem neuesten Buch, "Spuren am Everest" lernt der Leser nicht nur Neues in Sachen Everest, sondern lernt vielmehr auch eine sehr persönliche Seite Jochen Hemmlebs kennen. Wir erfahren viel über Hemmlebs Kinder- und Jugendjahre, seine Eltern. Eine Zeit, die zum einen nicht immer einfach war, ihn zum anderen aber auch sehr geprägt hat. Letztlich wurde hier der Keim für die Leidenschaft "Berge" gelegt. Und so nimmt uns Jochen Hemmleb mit auf für ihn wichtige Touren in den Alpen, sei es der mehrfach bestiegene Mt. Blanc oder die Delagokante, die er mit seinem damals fast achtzigjährigen Vater klettern durfte. Den Startschuss für seine Everest-Euphorie gibt dann seinerzeit das Buch "The Mystery of Mallory and Irvine", welches er mit sechszehn Jahren liest. Nun lässt ihn der Everest nicht mehr los.

Die Spurensuche muss natürlich anfangs von zu Hause erfolgen, umso gründlicher liest sich Hemmleb in die Geschichte des Berges ein, wird zum Fachmann in Sachen Mallory & Irvine. Es folgen Reisen nach Nepal und der Rest ist bekannt: am 1. Mai 1999 wird Mallorys Leichnam auf über 8000 m gesichtet. In der Folge versucht Hemmleb zentrale Fragen zu klären: wo ist Irvines Leiche? Irvine hatte eine Fotokamera dabei, die Entwicklung der Bilder könnte eine große Hilfe bei der Klärung von offenen Fragen sein. Wo waren Mallory und Irvine umgedreht oder abgestürzt? Wie ist die Sichtung des Chinesen Xu Jing von 1960 einzuordnen? Hatten die Bergsteiger die Zweite Stufe, den berühmten Second Step, gemeistert? Gerade hier gehen die Meinungen auseinander. Fragen über Fragen, denen sich der Autor in seinem Buch widmet .

Im September 2024, auch hierauf geht Hemmleb ein, findet man überraschend einen Schuh mit Leichenresten von Andrew Irvine. Doch keine Kamera. Einige Rätsel bleiben bis heute ungelöst. Nicht zuletzt die Frage, ob die beiden Briten 1924 den Everestgipfel erreichen konnten.

Fazit: ein faszinierendes Buch für alle, die sich für den Everest oder die tragische Expedition von 1924 interessieren und nicht zuletzt auch gespannt sind, etwas mehr über den "Detective on Everest" zu erfahren.

   

McDonald, Bernadette: "Wahren Helden - Sherpas, Baltis und der Triumph der Bergsteiger vom Dach der Welt" nach oben!

Kartoniert, 240 Seiten, ISBN 978-3-03913-054-2
Preis: 42,80 CHF, AS-Verlag 2025. Nähere Infos auf der Verlagsseite.

Jeder, der sich mit der Ersteigungsgeschichte der hohen Weltberge in Asien auskennt weiß, dass eine Besteigung seinerzeit ohne die Hilfe von Trägern völlig undenkbar gewesen wäre. Leider sind aus dem 20. Jahrhundert nur wenige Namen dem alpin-interessierten Leser bekannt. Man kennt Tenzing Norgay, mit Sir Ed Hillary 1953 der erste Mensch auf dem Everest, Gyalzen Norbu am Manaslu 1956 oder auch Pasang Dawa Lama, mit Sepp Jöchler und Herbert Tichy Erstbesteiger des Cho Oyu 1954. Zu diesem Zeitpunkt waren jedoch auch schon viele Sherpas an Mount Everest, Nanga Parbat und anderen Bergen ums Leben gekommen. Und auch heute noch schleppen die Sherpas oder Balti die Lasten der Alpinisten zumindest bis ins Basislager am Fuß des Berges, meist deutlich höher.

Bernadette McDonald ist vielfach prämierte Autorin alpinhistorischer Thematiken und schaut höchst fachkundig auf die "wahren Helden", ohne die eben der Höhenalpinismus im Himalaya und Karakorum noch lange nicht so weit wäre wie nunmehr. In 19 Kapiteln durchstreift die Autorin knapp hundert Jahre alpine Geschichte. Große Besteigungen, erfolgreiche und tragische Alpinmomente tun sich hier auf: Tragödien am Nanga Parbat, die Erstbesteigung des Everest und anderer Bergriesen, die erste direkte Westgratbegehung am Everest, Nimsdais "Project Possible" usw. Eine Historie, in der endlich einmal nicht der Gipfel, nicht die Expeditionsteilnehmer im engeren Sinne, sondern die "Träger" im Mittelpunkt stehen, egal ob sie nun, abhängig von der geographischen Ansässigkeit Sherpa, Gurka, Balti oder anders heißen. Helden, die beim Lastentransport helfen, die Stütze beim Gipfelaufstieg sind, Fixseile anbringen und nicht zuletzt Helfer, die unter Risiko ihres eigenen Lebens so manches Bergsteigerleben aus Europa, Amerika oder anderswo gerettet haben. Wahre Helden, die nach und nach im Laufe der Jahrzehnte selbst zu den Hauptakteuren wurden.

Der vorläufige Höhepunkt der Anerkennung der Verdienste der "wahren Helden" ist nicht nur dieses Buch, sondern auch die Wintererstbesteigung des schwierigsten Achttausenders, des K2 im Jahr 2021 durch ein Team von zehn Sherpas - how cool is that? Diese Besteigung war die letzte noch ausstehende Wintererstbesteigung an einem Achttausender, nachdem der K2 im Winter schon viele namhafte Alpinisten abgewiesen hatte. Natürlich widmet die Autorin auch dieser Glanzleistung ein Kapitel.
Das Buch von Bernadette McDonald ist damit wieder ein wichtiges Stück literarischer Alpingeschichte, interessant und kurzweilig zu lesen für jeden alpin interessierten Leser.
Übrigens: das Wort Sherpa heißt übersetzt freilich nicht "Träger", sondern, nach der ursprünglichen Herkunft dieser ethnischen Gruppe, "Volk aus dem Osten".

nach oben!

zurück!

[Datenschutz]