Neuerscheinungen 2013:

 

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Lama, David: "Free" nach oben!

gebunden mit Schutzumschlag, 224 Seiten, ISBN 978-3-8135-0390-6
Preis: 19,99 €,
Knaus-Verlag 2013. Website des Autors: http://www.david-lama.com

David Lama wurde mit fünf Jahren von Peter Habeler "entdeckt" und galt schnell als Jahrhunderttalent. David machte dann rasch schon im Kindesalter durch atemberaubende Klettereien auf sich aufmerksam und spezialisierte sich schließlich auf das Sportklettern. Hier konnte er noch weit vor seinem 20. Geburtstag große Erfolge feiern, bevor er sich auch dem alpinen Bergsteigen bzw. dem Höhenalpinismus zuwandte: der Cerro Torre in Patagonien hatte es Lama schon lange angetan, doch sein Plan,die Kompressorroute von Maestri frei zu klettern, wurde von Experten wie Reinhold Messner oder Yosemite- und Patagonienurgestein Jim Bridwell als unmöglich beurteilt. 2012 gelang David Lama gemeinsam mit Peter Ortner die erste freie Begehung der Kompressorroute!

David Lama schildert in erfrischend junger, unbekümmerter Schreibweise seine Motivation und die Durchführung dieses großen und riskanten Vorhabens. Man kann nachvollziehen, warum sich Kletterer wie Lama an solch hochgefährliche Vorhaben wagen. Toll, dass es Menschen gibt, für die es schon Motivation genug ist, dass es von anderen für nicht möglich gehalten wird. So kann man sich David Lamas einzigartiges Bergerlebnis am Ende der Welt ins heimische Wohnzimmer holen und kommt bei der kurzweiligen Lektüre wie beim Betrachten der atemberaubenden Bilder ins Staunen. Irre!!!

So wurde die legendäre Kompressorroute von David entgültig entzaubert, als er am 21. Januar 2012 auf dem Gipfeleispilz steht. Ein lohnendes Buch ist dem Abenteuer erwachsen, welches sich für alle lohnt, die sich für die Abenteurer unserer heutigen, modernen Welt interessieren.

   

Reinhold Messner & Ralf-Peter Märtin: "Meine heiligen Berge" nach oben!

gebunden, 256 Seiten, ISBN 978-3-550088919
Preis: 29,99 €,
Ullstein-Verlag 2013. Eine Buchbeschreibung ist auf der Verlagsseite zu lesen.

Reinhold Messner ist seit Jahrzehnten vom Thema "Menschen und Berge" fasziniert und entsprechend umfassend ist sein Wissen zum Thema. Gemeinsam mit dem Historiker Ralf-Peter Märtin, mit dem Messner schon mehrfach zusammen arbeitete, ist Messner ein großformatiges Werk zum Thema Religion(en) und Berge gelungen: weltweit, in allen Erdteilen, auf allen Kontinenten gibt es heilige Berge: mythische Stätten, in den Religionen vor Jahrtausenden geboren wurden oder die auch heute noch heilige Stätten jener Religionen sind. Egal, ob Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus oder Buddhismus, in allen Weltreligionen spielen Berge als spirituelle Orte eine wichtige Rolle, so dass hier Ziele vorgestellt werden, die rund um den Globus verteilt sind: der Kailash im Himalaya, der Gunung Agung auf Bali, der Fujijama in Japan, der Licancábur in Chile oder der Ayers Rock in Australien. Nach einer Einleitung erzählt Messner in 13 Kapiteln die mythischen Geschichten, die diese Berge umranden. Messner bestieg die meisten der vorgestellten Ziele selbst, bekam selbst für den Kailash die bis heute einzige Besteigungserlaubnis, die er aus Respekt vor dem Glauben der Einheimischen nicht annahm. So bleibt der Berg bis heute unbestiegen. Es begegen einem auch (wie im Falle des Kailash) jene Berge wieder, die Messner damals an der Seite von Michael Albus in der TV-Produktion "Wohnungen der Götter" Anfang der 90er Jahre vorstellte. Interessant ist natürlich, dass Messners zahlreiche ganz subjektiven Erfahrungen als Bergsteiger und religiös interessierter Atheist in die Texte ebenso einfließen wie Märtins Sichtweise auf die Dinge, seines Zeichens ja nicht nur Autor, sondern auch studierter Historiker.

Das großformatige Buch (ca. 28 x 25 cm) lässt nicht nur für Messners Geschichten Platz, sondern auch für die vielen ganz- oder doppelseitigen Bilder, die die heiligen Berge wunderbar in Szene setzen. So entsteht ein wunderbares Buch für alle, die sich in die Thematik einlesen möchten!

   

Sale / Jurgalski / Rodway / Hemmleb: "Herausforderung 8000er" nach oben!

gebunden, ca. 256 Seiten, ISBN 978-3-7022-3294-8
Preis: 39,95 €,
Tyrolia-Verlag 2013. Eine Buchbeschreibung ist auf der Verlagsseite zu lesen.

Die 14 höchsten Berge der Welt - die Achttausender - haben trotz der Tatsache, dass auch an diesen Bergen (jedenfalls an einigen) der Massentourismus Einzug gehalten hat, nichts an ihrer Faszination eingebüßt. Und auch im 21. Jahrhundert gibt es zahlreiche Herausforderungen an den Wänden und Graten dieser Berggiganten.

Mit Richard Sale (publizierte über 60 Bücher), Eberhard Jurgalski (deutscher Besteigungs-Statistiker, arbeitete mit Anders Bolinder und aktuell mit Liz Hawley zusammen), George Rodway (Höhenmediziner und Bergsteiger zahlreicher Expeditionen) und Jochen Hemmleb (deutscher Alpinhistoriker, der die englische Ausgabe übersetzte und Herausgeber der dt. Ausgabe ist) tritt hier ein fachkundiges und erfahrenes Autorenquartett auf. Zu jedem Berg (welche in der Reihenfolge ihrer Erstbesteigung vorgestellt werden) gibt es einen historischen Abriss und - was ich besonders interessant finde, da dies so nicht in anderen Büchern zu finden ist - Übersichtskarten, auf denen alle derzeit bekannten Routen verzeichnet sind. Ein ausgezeichneter Überblick für alle, die genau wissen wollen, wo denn nun Buhl, Messner, Kukuczka, Diemberger, Rutkiewicz usw. gestiegen sind. Zu allen Routen gibt es Infos zur jeweligen ersten Begehung usw.

Den Schwerpunkt legen die Autoren aber auf den aktuellen Entwicklungen und Begehungen ab 2000 - hier gibt es wenig zusammenfassende Literatur auf dem Markt, so dass es viel Neues und Interessantes zu lesen gibt. Daneben kann man viele, viele atemberaubende Bilder bestaunen, unter denen sich bekannte wie auch unbekannte Motive finden. Bildgewaltig ist dieses Buch allemal und so machen Texte wie auch Bilder gleichmaßen sehr viel Spaß und garantieren kurzweilige und spannende Lektüre! Den Abschluss bildet ein kleiner, durchaus interessanter Statistikteil, der die harten Fakten zusamenfasst. So liegt dem Leser ein großformatiges (H 30 cm X B 25 cm) und schweres (knapp 2 kg) Buch vor, welches sich wirklich lohnt und auch den Preis absolut rechtfertigt. TOLL!!!

   

Ritschel, Bernd: "Fotografie" nach oben!

gebunden, 224 Seiten, ISBN 978-3-7633-6035-2
Preis: 24,90 €,
Rother-Verlag 2012. Eine Buchbeschreibung inkl. Leseprobe ist auf der Verlagsseite zu lesen.

Bernd Ritschel ist einer der führenden Landschafts- bzw. Bergfotografen und hat schon viele seiner Werke in diversen Büchern und Fachzeitschriften vorgestellt. Mit dem vorliegenden Titel gibt Ritschel dem Leser einen Crashkurs in das nötige theoretische Wissen, welches es braucht, um tolle Bilder zu schießen. Dabei bekommt der Leser einen Einblick in the technischen Grundlagen (Begriffe wie Blende / Schärfentiefe werden ebenso erklärt wie wichtige Prinzipien der Digitalfotografie und alles Wichtige zur Ausrüstung, die nötig ist, wenn man im Gelände unterwegs ist), einen Überblick über die nötige Technik in Vor- und Nachbereitung (Bildbearbeitung am PC, Datensicherung ect.) und natürlich jede Menge Tipps vom Fachmann, was es draußen zu beachten gilt. Sei es hier die generelle Bildkomposition, das richtige Spiel mit Licht und Schatten, die Nutzung von Schärfentiefe oder der landschaftlichen Strukturen.

Es erklärt sich von selbst, dass das Buch mit vielen, vielen Farbbildern aufwartet, die hinsichtlich ihrer fotografischen Qualität erläutert werden: warum ist das Bild gut, was hätte man wie besser machen können...? Ritschel schweift in seinen Ausführungen nie unnötig aus, beschränkt sich auf das Wesentliche und kommt stets zur Sache. So richtet sich das Buch nicht an Leser, die auf dem Weg zum semiprofessionellen Fotografen sind, sondern an all jene, die mehr aus ihren Urlaubs- und Landschaftsbildern machen wollen. Gleich, ob vor Ort und später am PC. Das sollte nach der Lektüre des Buches gelingen! Ein kurzes Kapitel zur Portraitfotografie rundet das Buch gelungen ab.

Website des Autors: www.lightwalk.de

   

Moro, Simone: "In Eisekälte" nach oben!

gebunden, 256 Seiten, ISBN 978-3-89029-436-0
Preis: 19,99 €,
Malik-Verlag 2013. Eine Buchbeschreibung inkl. Leseprobe ist auf der Verlagsseite zu lesen.

Simone Moro gehört seit vielen Jahren zur absoluten Weltspitze der Höhenbergsteiger. Er kletterte mit Leuten wie Anatoli Boukreev und war auf vielen Expeditionen mit Denis Urubko unterwegs. Das reine Sammeln von Achttausendern reizt Moro weniger als vielmehr die wohl härteste Disziplin des Höhenbergsteigens: das Besteigen der höchsten Gipfel der Welt im Winter. Und so ist dies auch der Focus des Buches: seine erfolgreichen wie auch gescheiterten Winterexpeditionen in den Karakorum und Himalaya. So gelang Moro z.B. die Erstbesteigung des Makalu im Winter.

Bei der Lektüre vieler Bücher, die sich dem Höhenbergsteigen widmen, fragt man sich oft, was die Akteure in derartig lebensfeindliche Umgebungen lockt, was die Motivation aufrecht erhält. Oftmals bekommt man diese Frage beantwortet. Dies gelingt Moro (zumindest bei mir) auch in diesem Buch, wenngleich diese Aufgabe hier ungleich schwieriger ist. Es scheint kaum möglich, dass man bei derart schweren Verhältnissen wie tiefem Schnee, grausamen Minustemperaturen und heftigsten Stürmen auch noch die Chance bekommt, in die sauerstoffarme Luft derTodeszone vorzudringen; denn Moro steigt ohne künstlichen Sauerstoff. Die Gefahr lebensbedrohlicher Erfrierungen ist enorm!

Simone Moro nimmt man die ungebrochene Begeisterung an diesem gefährlichen Sport ab, er erzählt packend und man ist froh, das Buch bei gemütlichen Zimmertemperaturen lesen zu können. Ein 32-seitiger Bildteil mit großartigen Aufnahmen runden das tolle Buch ab!

Website des Autors: www.simonemoro.com

   
Chavot, Pierre: "Mystische Berge" nach oben!

gebunden, 224 Seiten, ISBN 978-3-95416-115-7
Preis: 39,99 €,
Frederking & Thaler 2013

Mystische Berge gibt es vermutlich seit Jahrtausenden in allen Teilen der Welt. Als Geburtsstätten wichtiger Weltreligionen wie auch als Opfer- oder Gebetsstätten heute ausgestorbener bzw. wenig bekannter Religionen sind sie bis in unsere Zeit heilige Stätten ebenso wie Berge, die auch auf den religiös weniger interessierten Bergsteiger dennoch faszinierend wirken.

Das Buch stellt 34 Ziele rund um den Erdball vor, natürlich liegt ein Großteil davon im asiatischen Raum. Darunter sind auch bekannte Berge wie Olymp, Kilimdscharo, Popocatépetl, Kailash, Machapucharé, Shivling oder Fuji. Einige dieser Berge wurden bis zum heutigen Tage aus Achtung der Gläubigen nie bestiegen.

Die Berge bzw. die jeweiligen Regionen werden stets auf etwa einer Textseite vorgestellt, dann lässt der Autor die Bilder sprechen.So ist das großformatige Buch sichereher Bild- als Textband. Es wird deutlich, was diese Berge so besonders macht, warum sie als Wohnplatz der Götter verehrt werden. Und so zeigt denn das Buch nicht nur den Berg allein, sondern stellt auch die Menschen vor, die an deren Füßen leben und sich ihnen hingeben. Und es wird klar, warum so manche Weltreligion am oder auf dem Berg ihren Anfang nahm: hier ist man dem Himmel nahe, von hier gewinnt man Übersicht - und dies nicht nur über die Landschaft.

P.S.: Wie der Autor darauf kommt, dass Hillary bei der Gipfelbesteigung des Mount Everest (in Tibet als Chomolungma - "Göttinmutter der Erde" verehrt) ein Kreuz aufstellt, ist mir schleierhaft.

Fazit: Ein lohnendes Buch für alle, die sich für Berge bzw. für die Schnittmenge von Religion und Natur interessieren.

   

Kristian Rath: "Alpine Bergtouren Allgäu" nach oben!

gebunden, 192 Seiten, ISBN 978-3-7654-6089-0
Preis: 26,99 €,
Bruckmann-Verlag 2013

Die Allgäuer Alpen gehören sicher zu den beliebtesten Wanderregionen im deutschen Alpenraum. Kein Wunder also, dass hier eine Vielzahl von Wanderführern existiert, die durchaus mit interessanten Wandertipps aufwarten. Aber es wiederholt sich vieles. Extragvagantere Ziele sind hier ebenso wenig zu finden wie Tourenvorschläge aufselten besuchte Gipfel. Der Autor Kristian Rath ist ein Allgäuer par excellence, geboren in Bad Hindelang und entsprechender Kenner dieser Berge. Raths Auswahl ist interessant und durchweg in der Tat "alpin": die Routen sind in aller Regel anspruchsvoll, wenngleich es auch einfache Vorschläge wie z.B. die Rauheck-Kreuzeck-Überschreitung gibt. Aber auch solche hochinteressanten Vorschläge findet man in anderen Führern eher nicht. Solch einfache Touren sind aber die Ausnahme, zumeist sollte man den II. Grad bishin zum II. oder gar IV. Grad beherrschen. Die Touren sind in ihren Schwierigkeiten in leichte, mittelschwere und schwere Bergtouren bzw. Klettertouren gegliedert, so hat man für das eigene Leistungsvermögen rasch passende Vorschläge zur Hand.

Die Tourenliste mit 45 Vorschlägen wird so mit zahlreichen namhaften Gipfeln aus dem Allgäuer, Ammergauer und Lechtaler Raum wie Trettachspitze, Biberkopf, Höfats, Fuchskarspitze, Parseierspitze, Heiterwand, Braunarlspitze oder Zimba geschmückt. Jeder Tour enthält eine Wegbeschreibung, die auf die wichtigen Punkte der Tour hinweist, sowie einen Kurzsteckbrief mit Gehzeiten usw. als auch eine grobe Karte mit dem Wegverlauf. Schönes Bildmaterial, die oftmals typische Wegstellen bzw. "Schlüsselpassagen" zeigen, runden das Gesamtbild eines sehr gelungenen Werkes ab.

Ein absolutes Muss für alle Allgäu-Liebhaber, die es gerne ein wenig extremer mögen und Wege und Routen abseits der Menschenmengen suchen!

Kristian Rath ist auf facebook.

   

Bernd Römmelt: "Die Allgäuer Alpen" nach oben!

gebunden, 160 Seiten, ISBN 978-3-475-54209-1
Preis: 29,90 €,
rosenheimer-Verlag 2013

Die Allgäuer Alpen sind ein einzigartig-vielfältiger Naturraum im Süden Deutschlands. Dies hat ebenso vielfältige Gründe, mitunter ist es die geologische Melange, die hier zu sehr differenzierten Landschaftsformen führt: sanfte Voralpenberge wie die Nagelfluhkette, steilste Grasberge wie die Höfats oder der Schneck und abweisende Felsriesen aus Hauptdolomit wie der Hochvogel und die Hornbachkette wechseln sich ab. Dies sowie der Regenreichtum der Alpenrandlage führen zu artenreicher und mitunter seltener Flora,in der sich eine zahlreiche Fauna wohlfühlt und beheimatet ist. Nicht zuletzt fühlen sich hier die Menschen wohl, seien es Einheimische wie auch Touristen, die die Allgäuer Alpen erleben und erwandern wollen.

Fotograf Bernd Römmelt ist jahrelang mit seinem Equipment durch die Berglandschaft marschiert, zu allen Jahreszeiten, bei Tag und bei Nacht, bei Schlechtwetter und bei Sonnenschein. Herausgekommen ist ein großformatiges (etwa 29 x 28 cm), hochwertiges Buch, welches meisterhaft die Vielfalt dieser Landschaft zeigt. Zum großen Teil seitenfüllende Bilder zeigen Berge und Täler in einzigartigem Licht und ungewohnter Perspektive. Man sieht sofort: Bernd Römmelt hat ein Auge für das Motiv, für das Detail - einfach großartig!!!

Ich kenne die Allgäuer Alpen nun schon seit über 30 Jahren und hatte bei der Lektüre des Buchs sofort das berühmte "WOW"-Erlebnis. Es sind gewaltige Eindrücke einer gewaltigen Landschaft, die man präsentiert bekommt, es wird Reiselust und Bergfieber geweckt. Genau das richtige Buch zum Schwelgen, Träumen und für lange Winterabende, in denen man sich mit dem Buch für die nächsten Wanderungen inspirieren lassen kann. Und so ganz nebenbei entdeckt man manches schöne und bekannte Fotomotiv, welches man so eben nicht kannte - toll!

Eine ganz klare 100%-Kaufempfehlung für alle, die das Allgäu wie ich lieben und für alle, die sich an großer Natur begeistern können. Website des Autors: http://www.berndroemmelt.de

   

Diverse: "Berg 2014" nach oben!

gebunden, ca. 256 Seiten, ISBN 978-3-7022-3296-2
Preis: 17,80 €,
DAV 2013, Vertrieb über den Tyrolia-Verlag Nähere Informationen gibt es auch auf der Verlagsseite.

Das Alpenvereinsjahrbuch des DAV und OeAV ist seit langer Zeit eine feste Instanz in der deutschsprachigen Alpinliteratur und erscheint dieses Jahr entsprechend unter dem Titel "Berg 2014". Gebietsschwerpunkt ist dieses Jahr die Hochschwabgruppe in der Steiermark, welcher knapp 40 Seiten gewidmet werden. Doch das Jahrbuch wäre kein Jahrbuch, würde es nicht auf breitem Spektrum über aktuelle Entwicklungen, wichtige Ereignisse, neue Trends, aber auch vielleicht längst Vergessenes berichten. So findet man in der aktuellen Ausgabe, dem bereits 138. Band der Reihe, auch Beiträge zum Klimawandel in den Alpen, zum Umgang mit Rohstoffen, zum Zusammenspiel von Mensch und Berg, zu neuesten Entwicklungen in der Lawinenforschung und eben über jene, die die Berge immer wieder zum spektakulären Schauplatz neuer sportlicher Taten machen: den Bergsteigern. Interessant sind hier vor allem die Portraits zu Kei Taniguchi (die einzige Frau,der bis dato der Piolet d´Or verliehen wurde) und zum "Siebentausendermann" Erwin Schneider, der in den 30er Jahren zweifelsohne Weltspitze im Höhenbergsteigen war. Max Bolland fasst auf vierzehn Seiten alle wichtigen bergsteigerischen Ereignisse aus dem Zeitraum 2012/2013 zusammen, u.a. die spektakuläre erstmalige Überschreitung des Mazeno-Kammes am Nanga Parbat.

Also: für alle berginteressierten Leser wieder eine gut geschriebene, abwechslungsreiche und reich bebilderte Zusammenfassung eines wieder spannenden Bergjahres!

 

Karl Gabl: "Bergwetter" nach oben!

gebunden, 192 Seiten, ISBN 978-3-7654-5875-0
Preis: 19,99 €,
Bruckman-Verlag 2013. Eine kurze Buchbeschreibung ist auf der Verlagsseite zu lesen.

Karl Gabl, seines Zeichens Meteorologe an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik und wohnhaft in Innsbruck, ist Gabl heute der renommierteste Meteorologe, wenn es gerade um die ebenso heiklen wie wichtigen Wettervorhersagen an den Weltbergen des Karakorum und Himalaya geht. Viele Profibergsteiger stützen sich gerade auf seine Prognosen, wenn sie einen hohen Gipfel in Angriff nehmen. Doch die richtige Einschätzung des alpinen Wettergeschehens ist für jeden wichtig, der sich in den Bergen bewegt: für den Profi ebenso wie für den "ganz normalen Bergwanderer". Eine Prognose kann man auch ohne high tech-Unterstüztung stellen - wichtig sind hier grundlegende theoretische Kenntnisse über die physikalischen Vorgänge in der Atmosphäre ebenso wie die korrekte Einschätzung der gemachten Beobachtungen in der Natur.

Karl Gabl erklärt verständlich die grundlegenden Vorgänge in der Lufthülle, global wie kleinräumig; erläutert wichtige physikalische Grundgrößen wie den Luftdruck; hilft bei der richtigen Einschätzung des Wetterbildes und gibt wertvolle Tipps bei der wetterabhängigen Tourenplanung. In wenigen Wissenschaften ergänzen sich Theorie und Praxis so unmittelbar wie in der Meteorologie - Karl Gabl gelingt dieser Spagat so gut, dass es nie langweilig wird und man sich schon beinahe auf das nächste Tiefdruckgebiet freut, um das Gelernte bzw. Gelesene zur Anwendung zu bringen. Schönwetter ist ohnehin (rein meteorologisch) langweilig ;-)

Prädestiniert mag Gabl für ein solches Buch auch dadurch sein, dass er Meteorologe und passionierter Alpinist in Personalunion ist, bestieg er z.B. den fast 7500 m hohen Noshaq im Hindukusch. Also: klare Kaufempfehlung für alle, die wissen wollen, wie man die nächste böse Wetterüberraschug während einer Tour vermeidet bzw. für alle, die sich entsprechende Grundlagen für ernsthafte Unternehmungen aneignen wollen. Das Buch ist reich bebildert und bietet auf zwei Seiten viele viele weiterführende Weblinks.

 

Alexander Huber: "Die Angst Dein bester Freund" nach oben!

gebunden, 184 Seiten, ISBN 978-3-7110-0036-1
Preis: 19,95 €,
ecowin-Verlag 2013. Eine Buchbeschreibung ist auf der Verlagsseite zu lesen.

"Ich hänge an meinen Fingerspitzen ohne Seil und Absicherung in einer senkrechten Wand. Unter mir der Abgrund, in mir keimt die Angst auf" (Auszug Klappentext). Wer glaubt, Profikletterer hätten keine Angst, Nerven wie Drahtseile und seien lebensmüde, der hat diesen Sport und seine Akteure nicht verstanden. Doch niemand anders als Alexander Huber, der sich als Spitzenkletterer gemeinsam mit seinem Bruder Thomas als "Huberbuam" weltweit längst einen Namen gemacht hat, könnte besser erklären, warum gerade die Angst so wichtig ist, den Akteur bei vollem Bewusstsein, ja ihn am Leben hält.

Die Angst zieht sich, so auch im Buch, durch Alexander Hubers Leben - egal ob bei seinen Kletteranfängen in der Kindheit & Jugend, seiner berühmten free solo-Tour durch die Hasse-Brandler-Direttissima der Großen Zinne, seinen Speedklettertouren am El Capitan oder bei seinem jüngsten Meisterstück, der "Bayerndirettissima" am Mount Asgard in Kanada. Huber zeigt anschaulich und mitreißend, wie facettenreich und eben wichtig die Angst sein kann und wie man sie erfolgreich nutzt. Dies tut Huber, diplomierter Physiker, aus wissenschaftlicher Warte wie auch aus eigenen Erfahrungen heraus. Jeder, der einmal bei sportlichen Unternehmungen in brenzlige Situationen geraten ist, wird seine Gedanken und Emotionen nachempfinden können.

Das Buch bietet so einen sehr persönlichen Einblick in Hubers Seelenwelt und erklärt letztlich den Untertitel "Dein bester Freund" - ohne Angst wäre jeder risikobereite Sportler, jede risikofordernde Sportart, wie eben das Bergsteigen in all seinen Facetten, zum Scheitern verurteilt. Schön, dass Alexander Huber das Thema "Angst" so ehrlich aufs tableau bringt. Großartig!

   

diverse Autoren: "Machtkampf am Everest " nach oben!

Klappbroschur, 175 Seiten, ISBN 978-3-89029-443-8
Preis: 12,99 €,
Malik-Verlag 2013. Nähere Infos gibt es auf der Verlagsseite zu lesen.

Im Frühlig 2013 werden u.a. Ueli Steck und Simone Moro, ihres Zeichens professionelle Berufsbergsteiger, von wutentbrannten Sherpas angegriffen, es wird ihnen Prügel angedroht. Nur durch das beherzte Eingreifen und Vermitteln der unbeteiligten Bergsteigerin Melissa Arnot konnte vermutlich Schlimmeres verhindert werden und Steck & Moro flüchteten regelrecht vom Berg.

Wenngleich alles auf einem Mißverständnis basiert, hat der Zwischenfall doch gezeigt, wie angespannt die Situation am Everest ist, das der Everest eine lebenswichtige Einnahmequelle ist, auf den die Sherpas "Revieransprüche" anmelden. Derzeit steigen etwa 500 Bergsteiger pro Jahr (!) aufden höchsten Berg der Welt, die meisten Besteigungen finden im Mai statt. Hundertschaften drängen dann an guten Tagen gen Gipfel. Kein Wunder also, dass die Stimmung extrem gereizt ist. "Ich bin der Ansicht, dass der Everest dem Volk der Sherpa gehört." sagt der Enkel von Erstbesteiger Tenzing Norgay. "Sie wollten mich töten" sagt Ueli Steck, der nicht mehr zum Everest zurückkehren möchte. Das eigentliche Problem scheint nicht ausgestanden und dürfte auch künftig zu Problemen führen...

Das Buch lässt viele Everest-Kenner wie Reinhold Messner, Hans Kamerlander, Jon Krakauer, Norbu Sherpa, Ralf Dujmovits u.v.a. zum Thema zu Wort kommen. Ebenso vielschichtig wie die Protagonisten in diesem Buch sind deren Meinungen zu dieser Problematik. Wer sich also diesbezüglich vielschichtig informieren will, der ist mit diesem Buch gut beraten.

 

Bernadette McDonald: "Klettern für Freiheit" nach oben!

gebunden, ca. 400 Seiten, ISBN 978-3-906055-11-4
Preis: 26,80 €,
AS-Verlag 2013 Eine Buchbeschreibung ist auf der Verlagsseite zu lesen.

Vor zwei Jahren gelang der Autorin Bernadette McDonald mit ihrem Buch "Freedom Climbers" ihr bisheriges Glanzstück, welches auch prompt mit dem angesehenen Boardman Tasker Prize, dem wahrscheinlich bekanntesten internationalen Bergbuchpreis, ausgezeichnet wurde und auch bei der Banff Mountain Book Competition erfolgreich war. Nun gibt es das Buch (endlich) in deutscher Sprache!

Das Buch widmet sich dem langen traditionsreichen polnischen Höhenbergsteigen im Himalaya und Karakorum: polnische Alpinisten gelten als extrem ausdauernd, leidensfähig und technisch versiert. Berühmte Namen wie Jerzy Kukuczka, Voytek Kurtyka, Andrzej Zawada, Janusz Kurczab, Janusz Majer, Krzysztof Wielicki und natürlich Wanda Rutkiewicz, eine Vorreiterin des Frauen-Höhenbergsteigens, sind nur einige Beispiele namhafter Alpinisten, die in diesem Buch vorgestellt werden. Atemberaubende Neurouten an technisch schwierigsten und mitunter kaum bekannten Gipfeln sind den Polen ebenso gelungen wie Achttausender-Erstbesteigungen im Winter oder schwere Neurouten an den höchsten Bergen der Welt. Auch 7000er-Erstbesteigungen sind darunter. Und so verwundert es nicht, dass man bei den Geschichten, die von Bernadette McDonald sorgsam recherchiert und kurzweilig erzählt werden, aus dem Staunen nicht mehr herauskommt.Enstanden ist so ein grandioses Buch, welches nun wirklich in keiner Alpinbibliothek fehlen darf!

86 sw- bzw. Farbbilder zeigen eindrücklich, mit welchen einfachen Mitteln sich damals die Kletterer aus dem "Ostblock" an die gewaltigen Grate und Wände wagten. Danke auch an Robert Steiner, dem eine gute Übersetzung des Originals gelingt. Heute ist das große Himalaya-Bergsteigen ohne die Polen undenkbar; und es kommen neue Talente nach,wie zum Beispiel Janusz Golab und Adam Bielecki zeigen.

TOP-KAUFEMPFEHLUNG!!!. z.B. auf amazon

 

Caroline Fink & Karin Steinbach Tarnutzer: "Erste am Seil" nach oben!

gebunden, 304 Seiten, ISBN 978-3-7022-3252-8
Preis: 24,95 €,
Tyrolia-Verlag 2013. Eine Buchbeschreibung ist auf der Verlagsseite zu lesen.

Fragt man nach großen Bergsteigern, so fallen einem rasch viele Namen ein, aktuelle Größen des Alpinismus ebenso wie jene, die vor Jahrzehnten ihre große Zeit hatten. Und Bergsteigerinnen? Da wirds schwierig. Man mag noch Helma Schimke kennen oder Wanda Rutkiewicz und Gerlinde Kaltenbrunner hat das Frauen-Bergsteigen im deutschen Sprachraum sicher hochpopulär gemacht. Völlig zu unrecht sind viele Namen nicht sonderlich bekannt. Ehrensache, dass sich zwei Autorinnen diesem Problem widmen und das Frauen-Bergsteigen und seine Entwicklung in diesem Buch vorstellen. Frauen hatten es anfangs in dieser Männerdomäne sicher schwer und schon alleine deshalb ist es spannend, gerade über diese Anfänge etwas zu erfahren.

Caroline Fink und Karin Steinbach gliedern die Alpingeschichte in verschiedene Kapitel und stellen in jedem Kapitel mehrere Frauen vor, die zu jener Zeit, in jener Epoche prägend für das Frauen-Bergsteigen waren. So finden 26 große Namen in 26 portraitierenden Kapiteln Eingang in das Buch (insgesamt werden in dem Buch bedeutend mehr als 26 Persönlichkeiten vorgestellt) und man erfährt Interessantes und Spannendes über bekannte Namen wie Nives Meroi, Ines Papert, Lynn Hill usw., aber eben auch über nicht minder wichtige, weniger bekannte Namen wie Monica Jackson, Elvira Shataeva und Nicole Niquelle. Oder kennen sie Paula Wiesinger? Sie kletterte u.a. gemeinsam mit Leni Riefenstahl und bekam vom großen Gino Soldà das Skifahren beigebracht. Oder kennen sie Kei Taniguchi, die bis dato einzige Frau, die mit dem Piolet d´Or, dem höchsten Bergsteigerpreis, ausgezeichnet wurde? Also, die Lektüre des Buches lohnt sich. Abgerundet wird das Werk mit weit über 100 Abbildungen, die einen mitnehmen auf eine faszinierende Zeitreise des Alpinismus. Wer nach dem Studium des Buches nicht genug kriegen kann von den starken Frauen am Berg und mehr erfahren möchte, der findet im 12-seitigen Quellenverzeichnis (nach Bergsteigerinnen sortiert) sicher eine Vielzahl weiterführender Literatur.

[trauriger Nachtrag: am 21.12.2015 stürzte Kei Taniguchi am Mount Kurodake (Japan) tödlich ab.]

   

Ernst Reiss & Emil Zopfi: "Ernst Reiss - Erstbesteiger des Lhotse" nach oben!

gebunden, 352 Seiten, ISBN 978-3-906055-12-1
Preis: 22,90 €, AS-Verlag 2013

Eine Buchbeschreibung ist auf der Verlagsseite zu lesen.

Der Schweizer Ernst Reiss (1920-2010) ist einem breiten Publikum sicher erst durch die Erstbesteigung des Lhotse (8511 m) im Jahr 1956 bekannt geworden, als edr als bergsteigerischer Leiter die Schweizer Gruppe anführte. Doch auch neben dem Lhotse gelangen Reiss in seinem langen Leben viele spektakuläre Touren und Erstbegehungen, in den heimischen Alpen wie auch in den fernen Anden, die er nach dem Lhotse bereist.

Das Buch schildert eindrucksvoll die alpinistische Entwicklung von Reiss und tut dies in gut 20 Kapiteln, die den Leser mal in Reiss´ Jugend entführen, mal in die Eiger-Nordwand, dann ins Kaisergebirge oder die großen Gebirge dieser Welt. Eine Vielzahl beeindruckender Abbildungen runden das kurzweilige Werk eines ganz großen Bergsteigers gelungen ab. Das Buch ist die überarbeitete Neuauflage des lange vergriffenen Klassikers aus dem Jahr 1959 - ein frühes Werk aus einer Zeit, in der - auch wegen der Erstbesteigungen der Achttausender - der Wunsch nach entsprechender Literatur größer wurde. ein tolles Buch für alle, die sich für die "Großen" unter den Alpinisten interessieren!

   

Karl Lukan "Ein Stück vom Himmel" nach oben!

Klappbroschur, 192 Seiten, ISBN 978-3-7022-3304-4
Preis: 17,95 €,
Tyrolia-Verlag 2013 Eine Buchbeschreibung ist auf der Verlagsseite zu lesen.

Karl Lukan, 1923 in Wien geboren, ist weitgereister Bergsteiger und Kulturhistoriker,der über 50 Bücher verfasst hat. Vor allem in den 40er und 50er Jahren aktiv, kletterte er mit Größen wie Hermann Buhl oder Heinrich Harrer und war rasch als witziger Erzähler bekannt. Der "Karl May der Berge" wurde er auch genannt, mit dem Unterschied, dass die Geschichten, die sich in diesem Buch finden, wahr sind. "Jungsein ist schön. Klettern ist schön. Aber Jungsein und Klettern - das ist ein Stück vom Himmel!" - von diesem Spruch lies sich Lukan wohl inspirieren und leiten.

In einer Zeit, in der man weder moderne Sicherungstechniken noch high tech- Equipment kannte, war Bergsteigen sicher noch wild und gefährlich. Von jener Zeit handeln die Geschichten Lukans, die sich mal mit einem Schmunzeln, mal mit ungläubigem Kopfschütteln lesen. Verrückt, was man sich damals getraut hat! Und großartig, dass man sich die kurzweiligen Anekdoten Karl Lukans in dieser komprimierten Form ins Wohnzimmer holen kann! Lesenswert!

Nachtrag: am Freitag, den 13. Juni 2014, verstarb Karl Lukan 90jährig in Wien. Einen Nachruf gibt es auf der Verlagsseite.

   

Wolfgang Heichel: "Chronik der Erschließung des Nanga Parbat und seiner näheren Umgebung" nach oben!

gebunden, 414 Seiten, ca. 450 Abb., ISBN 978-3-00-040497-9
Preis: 39,90 €,
zu beziehen über den Autor

Der Chronist Wolfgang Heichel arbeitete über Jahre hinweg an seinem "Meisterstück": nachdem in den vergangenen Jahren Chroniken zur Erschließung des Karakorum publiziert worden sind, erscheint zum 60. Jubiläum der Nanga Parbat-Erstbesteigung eine Chronik zur Erschließungsgeschichte des Berges, wie sie in diesem Umfang und in dieser Ausführlichkeit noch nicht erschienen ist: mit sehr viel Akribie und noch mehr Geduld hat Wolfgang Heichel eine Unmenge an Informationen zusammengetragen.

Etwas gewöhnungsbedürftig und dann doch logisch stellt Heichel den Berg wechselnd von allen Seiten vor: Rakhiot-, Diamir, Rupal- und Chongra-Seite. Innerhalb dieser vier Kapitel bleibt der Autor natürlich beim chronologischen Vorgehen und stellt alle ihm bekannten Expeditionen zum Berg(massiv) vor.

Für alle Himalaya- und Nanga Parbat-Interessierten ein absolutes MUSS!!!

   

Susanne Reitberger: "Die schönsten Wanderungen für Frühaufsteher in den Allgäuer Alpen" nach oben!

broschiert, 96 Seiten, ISBN 978-3-86246-033-5
Preis: 14,99 €,
J. Berg-Verlag 2013

Susanne Reitberger gibt mit der Lektüre freilich keine Anleitung, wie man zum Frühaufsteher wird. Doch wird der leser am Beispiel von 20 Touren quer durchs Allgäu und seine wunderschöne Bergwelt zum frühen Aufstehen angeregt: "Doch gibt es etwas Schöneres, als das Vergehen eines Tages und den anbrechenen nächsten Morgen inmitten des Gebirges zu erleben?" - das fragte seinerzeit schon der bayrische Volksschauspieler Fritz Straßner und in der Tat ist es ein ganz besonderes Erlebnis, den Sonnenaufgang im Gebirge, entfernt von Menschenmassen und Autolärm, zu erleben. Die vorgeschlagenen Touren nun füllen zum großen Teil sicherweit mehr als die Morgenstunden aus, bieten aber ganz besondere Blicke in die Allgäuer Bergwelt, gerade wenn die Sonne den kommenden Tag erwachen lässt.

Es handelt sich durchweg um Touren, die der trainierte Geher mit entsprechender Ausrüstung zu genießen vermag. Alle Touren sind mit einem kurzen Steckbrief, einer kleinen Übersichtskarte und freilich sehr schönem Bildmaterial in Farbe gestaltet. So bekommt man beim Schmökern sicher Lust auf den ein oder anderen Wandervorschlag - auch wenn die Sonne bereits hoch oben am Himmel steht... ;-)

kleine Randbemerkung: das Titelbild zeigt übrigens den Hirschberg-Gipfel oberhalb von Bad Hindelang, diese Tour ist im Buch nicht enthalten. Der Hirschberg ist in gemütlichen 2 Std. von Hindelang aus unschwer zu erreichen. Kombinieren lässt sich der Hirschberg mit dem im Buch vorgeschlagenen Spieser.

   

George Lowe: "Briefe vom Everest" nach oben!

gebunden mit Schutzumschlag, ca. 200 Seiten, ISBN 978-3-7766-2719-0
Preis: 17,99 €,
Herbig-Verlag 2013. Nähere Infos auf der Verlagsseite. George Lowe war Teilnehmer der historischen Everest-Expedition 1953, während der die Erstbesteigung gelang.

Eine sehr schöne Ergänzung ist das Buch "Die Eroberung des Mount Everest" von George Lowe.

 

Reinhold Messner: "Everest - Expeditionen zum Endpunkt" nach oben!

gebunden mit Schutzumschlag, 255 Seiten, ISBN 978-3-8354-1170-8
Preis: 29,99 €,
blv-Verlag 2013

Nähere Infos auf der Verlagsseite.

Messners Buch „Everest – Expeditionen zum Endpunkt“ (eine überarbeitete Neuauflage seines 2003 erstmalig erschienenen Werkes - ebenfalls im blv-Verlag) skizziert die Ersteigungsgeschichte des höchsten Berges der Welt und beleuchtet gezielt herausragende Momente in der Erschließungshistorie des Berges. In den Kapiteln widmet sich Messner natürlich der berühmten Expedition von 1924 ebenso wie den Expeditionen 1953 (Erstbesteigung durch Hillary & Tenzing), 1963 (erste Überschreitung durch Unsoeld & Hornbein), 1975 (erste Durchsteigung der schweren SW-Wand durch Haston & Scott) und weiteren Highlights der Everestgeschichte. Einen guten Teil des Buches nimmt mit 80 Seiten die legendäre Expedition von 1978 ein, während der es Habeler & Messner gelang, den Everest erstmals ohne Flaschensauerstoff zu besteigen.

Im Weiteren geht es um die Kommerzialisierung des Everest, es werden alle Routen vorgestellt, eine Chronik mit allen wichtigen und geschichtsträchtigen Besteigungen bzw. Expeditioen rundet das Geschehen ab. Zitate der Everest-Protagonisten, reichhaltiges Bildmaterial und eine Audio-CD mit Auszügen aus der CD "Everest - Himmel, Hölle, Himalaja" machen aus dem Buch ein wunderbares Gesamtwerk zum höchsten Berg der Welt. Wer sich - jetzt zum 60. Jubiläum der Erstbesteigung - einen Gesamtüberblick über die Geschichte des Berges verschaffen will, liegt mit diesem Buch goldrichtig!
   

George Lowe & Huw Lewis-Jones: "Die Eroberung des Mount Everest" nach oben!

gebunden mit Schutzumschlag, 528 Seiten, ISBN 978-3-890294308
Preis: 29,95 €,
Knesebeck-Verlag 2013

Nähere Infos auf der Verlagsseite.

„Ich schließe meine Augen und bin stolz auf unsere glückliche Zeit auf diesem Berg“ – der letzte Satz der Danksagung klingt wie der eigene Nachruf, den sich George Lowe schreibt. Im März diesen Jahres verstorben hat er die deutschsprachige Veröffentlichung seines Buches nicht mehr erlebt. Umso schöner, dass George Lowe sein äußerst umfangreiches Fotoarchiv rechtzeitig zum 60. Jubiläum der historischen Everest-Expedition 1953, während der die Erstbesteigung gelang, geöffnet hat. Auf 240 Seiten kann man so das Vorfeld der Expedition, die Expedition selbst und auch die „Siegesfeiern“ in Nepal und Großbritannien unmittelbar erfahren. Und heutzutage, im Zeitalter kommerzieller Expeditionen, muten die Bilder von 1953 schon fast eigenartig an, haben aber eben auch ihren Charme und ihren Reiz: damals war man alleine am Berg, musste sich mit vergleichsweise primitiver Ausrüstung den Berg erkämpfen. 1953 warman mittendrin in der Erstürmung der Achttausender: die Annapurna war bereits 1950 erstbestiegen, die Deutschen waren praktisch zeitgleich am Nanga Parbat und auch die weiteren Achttausender wurden praktisch in Serie erstbestiegen. Zumeist mit dem damals typischen Expeditionsstil: tonnenweise Material, hunderte Sherpas, dazu die westlichen Bergsteiger. Es galt, eine Lagerkette zu erbauen, Sauerstoffflaschen und Material in die höheren Depots zu bringen, um der Gipfelmannschaft den Weg zum höchsten Punkt zu ebnen. Die Geschichte des Everest ist hierbei eine besondere, weswegen die Lektüre dieses Jubiläumsbuch besonders lohnt: nach vielen gescheiterten Expeditionen in den 20er und 30er Jahren war schließlich die Nordseite des Berges gespeert, als Nepal seine Tore öffnete, dann jedoch 1952 zwei Schweizer Expeditionen den Vorrang gab: beide scheiterten und so standen die Briten 1953 unter hohem Erwartungsdruck. Es sollte gelingen!

Das Buch schildert eben jene spannende Zeit in 160 Abbildungen, die zum großen Teil bislang unveröffentlichtes Material zeigen. Abgerundet wird das Buch nicht nur von den niedergeschriebenen Erinnerungen George Lowes, sondern auch von Beiträgen von Alpinisten, die ihre ganz persönlichen Erfahrungen am Everest gemacht haben, so z.B. Reinhold Messner, Sir Chris Bonington, Tom Hornbein, stephen venables und natürlich Edmund Hillary.

Fazit: Ein fantastisches Buch mit historischem Material, welches eine wunderbare Ergänzung zu den Expeditionsberichten von John Hunt oder Ed Hillary ist. Für alle alpinhistorisch interessierten Leser eine klare Kaufempfehlung!

   

Walter Lücker: "Der höchste Berg" nach oben!

gebunden mit Schutzumschlag, 526 Seiten, ISBN 978-3-89029-430-8
Preis: 26,99 €,
Malik-Verlag 2013. Nähere Infos gibt es auf der Verlagsseite zu lesen.

2013: der Mount Everest feiert das 60. Jahresjubiläum seiner Erstbesteigung. Natürlich ein schöner Anlass, auf die lange und spannende Ersteigungsgeschichte zurückzublicken. Und da es so einiges zu erzählen und zu berichten gibt, liegt ein über 500 Seiten starkes Werk vor, in dem Walther Lücker sich einigen spannenden Episoden widmet. Das Buch ist hierbei zweigeteilt: im ersten Teil werden markante Eckpunkte der Everest-Erschließung aufgearbeitet. Natürlich werden hier die Mallory-Tragödie, die Erstbesteigung 1953, die Eröffnung berühmter Neurouten wie der Westgrat 1963 oder die Südwestwand 1975, die Erstbesteigung ohne Flaschensauerstoff, aber auch der Wahnsinn am Everest thematisiert, wie er etwa 1996 offenkundig war.

Im zweiten Teil werden Everest-Persönlichkeiten und ihre eigenen, persönlichen Erfahrungen am höchsten Berg der Welt behandelt. Neben der jeweiligen Schilderung der Geschehnisse durch Walther Lücker führt der Autor auch mit den entsprechenden Protagonisten Interviews à la „Fünfzehn Fragen an…“. Da die 15 Fragen stets die gleichen bleiben, lassen sich so auch die so verschiedenen Charaktere und ihre Motivationen gut vergleichen: u.a. kommen Gerlinde Kaltenbrunner, Reinhold Messner, Kurt Diemberger und Hans Kammerlander zu Wort (für Letzteren war Lücker schon öfters Ghostwriter).

Ein 32-seitiger Farbbildteil in Buchmitte rundet das sehr gelungene und kurzweilig zu lesende Gesamtwerk ab. Klasse! Schön übrigens, dass das Buch nicht mit einer Auflistung aller Everest-Bezwinger und aller Todesopfer aufwartet – dann hätte das Buch die 1000-Seiten-Marke gesprengt ;-) Danke zuletzt für die Nennung meiner Website als Quelle!

   

Jochen Hemmleb: "Austria 8000" nach oben!

gebunden mit Schutzumschlag, 416 Seiten, ISBN 978-3-7022-3209-2
Preis: 29,95 €,
Tyrolia-Verlag 2013

Als in den 50er Jahre fast alle Achttausender erstbestiegen wurden, konnten die Österreicher gleich fünf der Bergriesen als Erstbesteiger verbuchen. In der Folge versuchten sich viele Österreicher oftmals erfolgreich an den prominenten Gipfeln. Jochen Hemmleb recherchiert wie gewohnt fundiert und stellt zu jedem Achttausender österreichische Alpinisten vor, die mit eben jenem Gipfel ganz persönliche Erfahrungen verbinden. Zumeist in Interviewform (sofern möglich) kommen so viele, viele bekannte Namen zu Wort. Als einige Bespiele seien Wolfgang Nairz, Peter Habeler, Kurt Diemberger, Hermann Buhl, Herbert Tichy, Oswald Oelz, Hanns Schell, Fritz Wintersteller und Gerlinde Kaltenbrunner genannt. So entstehe zu jedem Achttausender spannende Geschichten, interessante Bergportraits und so mancher Interviewpartner plaudert aus dem Nähkästchen. So erfährt man beispielsweise, dass Fritz Wintersteller seinem späteren engen Freund zunächst die Leviten lesen musste, damit zwischen beiden Alpinisten eine Freundschaft entstehen konnte.

Abgerundet wird das Buch mit vielen Farbfotos und kurzen Biographien nennenswerter Österreicher, die im Buch nicht weiter vorgestellt werden, so z.B. oben genannter Marcus Schmuck oder auch Peter Aschenbrenner, der an den geschichtsträchtigen Nanga Parbat-Expeditionen 1932, 1934 und 1953 teilnahm. Das Buch ist sehr schön verarbeitet und auf hochwertigem Papier gedruckt - heraus kommt ein über 1000 g schweres Werk, welches sich wunderbar leicht lesen lässt. Ach ja: auch für die Statistikfreunde ist etwas dabei: auf neun Seiten kann man zu jedem Berg nachlesen, welcher Österreicher wann über welche Route aufgestiegen ist.

Resümee: meine Top-Empfehlung im Frühjahr 2013!!! Nicht nur für Österreicher ;-)

   

Daniel Anker: "Eiger - die vertikale Arena" nach oben!

gebunden mit Schutzumschlag, 328 Seiten, ISBN 978-3-909111-47-3
Preis: 39,80 €,
AS-Verlag 2013

Eine Buchbeschreibung ist auf der Verlagsseite zu lesen. Infos zum Jubiläumsschuber gibt es hier.

Die Eigernordwand feiert 2013 das 75. Jahresjubiläum ihrer Erstdurchsteigung durch die deutsch-österreichische Doppelseilschaft Heckmair-Vörg-Kasparaek-Harrer. Der AS-Verlag publiziert anlässlich des Jubiläums einen schönen Schuber mit den Büchern "Anderl Heckmair", "Eiger - Triumphe und Tragödien" und "Eiger - die vertikale Arena". Letzteres Werk ist inzwischen bereits in der 4. Auflage erscheinen und zum Standardwerk zum Thema Eiger avanciert: mit sehr viel Sachkenntnis recherchiert Anker die Geschichte des Eigers, natürlich mit klarem Focus auf der weltberühmten Nordwand. Dabei ist das Buch weniger eine Chronik, in der man chronologisch sortiert nachschlagen kann, sondern vielmehr ein Lesebuch, in dem interessante - manche bekannt, manche weniger berühmt - Anekdoten dokumentiert sind. Natürlich fehlen die Erstbesteigung 1938, die Hinterstoisser-Tragödie von 1936, die Suche nach derperfekten Direttissima ebenso wenig wie die Begehungen wichtiger Bergsteiger wie Hermann Buhl, Reinhold Messner usw. Und dann gibt es natürlich auch Hollywood-Filme, die am Eiger gedreht werden und eine Live-Durchsteigung, die 1999 zweitägig im Fernsehen übertragen wurde. All das und viel mehr ist in Ankers Buch nachzulesen, ergänzt um viele, viele Fotos,von denen manche sicher in vielerlei anderen Eiger-Quellen nicht zu finden sind. Den Abschluss bilden eine kurze - bis 2008 reichende Chronik sowie ein sehr ausführliches Literaturverzeichnis für alle Eiger-Interessierten.

Insgesamt ein auch materiell hochwertiges Buch zu einem der wichtigsten Alpengipfel und meiner Meinung nach eine gute Ergänzung zu Harrers Buch "Die Weiße Spinne".

   

Stephan Siegrist: "Unterwegs zwische Himmel und Erde" nach oben!

gebunden mit Schutzumschlag, 144 Seiten, ISBN 978-3-7688-3586-2
Preis: 39,90 €,
Delius-Klasing-Verlag 2013

Eine Buchbeschreibung ist auf der Verlagsseite zu lesen.

Stephan Siegrist gehört zweifelsohne zur absoluten Weltspitze der Bergsteiger: ihm gelangen viele schwere Erstbegehungen rud um die ganze Welt; einem breiten Publikum wurde er 1999 bei "Eiger Live" bekannt, als die Durchsteigung der Eiger-Nordwand auf der Heckmair-Route live und ungekürzt im TV gezeigt wurde. Stephan Siegrist fühlt sich im Eis ebenso wohl wie im Fels oder im kombinierten Gelände. Doch auch andere "Spielarten" im Berg hat sich Siegrist erschlossen und ist auch dort "spitze", so z.B. das Basejumping oder Highlining. Hauptsache unterwegs zwischen Himmel und Erde.
Das Buch portraitiert Siegrist auf beeindruckende Weise in all diesen Spielarten und zeigt Siegrist bei atemberaubenden Kletterein in Patagonien, der Eiger-Nordwand, im Himalaya oder in der Antarktis ebenso wie beim Basejump in die Tiefe oder beim Balanceakt auf dem Seil. Großartige, meist seitenfüllende Fotos zeigen hier nicht nur die gewaltigen Landschaften, in denen sich Siegrist und seine Expeditionskameraden bewegen, sondern auch die Emotionen der Akteure hautnah: Anstrengung, Freude, Begeisterung, Konzentration und Qual spiegeln sich in den Gesichtern wider. So kann der Leser Siegrist auf seinen Reisen begleiten und versteht vielleicht, warum sich Stephan Siegrist immer wieder solch gefährlichen Situationen aussetzt. Ein grandioser Bildband!

Übrigens: im Frühjahr 2013 versucht sich Siegrist am Makalu-Westpfeiler, weitere Infos zur Expedition auf der Website von Stephan Siegrist bzw. auf seiner facebook-Seite.

 

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