Neuerscheinungen 2018:

 

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Allmountain #9 nach oben!

kartoniert, 146 Seiten, ISSN 2192-2802
Preis: 9,80 €, Delius Klasing-Verlag 2018. Eine Beschreibung ist hier zu lesen.

Das Bergsport- und Outdoormagazin "AllMountain" unter Herausgeber Stefan Glowacz geht in die 9. Runde:

   

Vallot, Guillaume: "Spektakuläre Bergwelten" nach oben!

Hardcover mit Umschlag, 160 Seiten, ISBN 978-3-906055-85-5
Preis: 52,00 €, AS-Verlag 2018.

"Vorhang auf für das atemberaubende und Schwindelerregende Spektakel der Berge!" So ist auf dem hinteren Einband des großformatigen Buchs zu lesen. Ganz schön vielversprechend! Berge sind freilich seit Menschengedenken beeindruckende Objekte, und um die ganze Bandbreite der Faszination "Berge" in ein Buch zu schnüren braucht es zwei Dinge: großartige Fotografen, die viel Erfahrung in diesem Bereich haben, ja am besten selber gute Bergsteiger oder Kletterer sind, und einen Autor, der mit einem klaren roten Faden textlich durch die Bilder leitet. Über in Dutzend hochrangiger Fotografen sind es, die das Bildmaterial für den Band liefern und Guillaume Vallot, selbst Alpinist, der textlich begleitet.

Die Fotografien sind in Kapitel wie "Im Eis", "Am Fels", "In der Luft" usw. gegliedert, was durchaus Sinn macht, um die fantastischen Eindrücke ein wenig sortieren zu können. Die Bilder lassen den Betrachter über jähe Felsabstürze in die Tiefe blicken, ihn den Sonnenaufgang am Berg erleben, ihn den nächtlichen Sternenhimmel über den Gipfeln genießen, um dann wieder aus aberwitzigen, fast unmöglichen Perspektiven heraus den Profis zuzuschauen. Uns Laien kann da schon einmal das Blut in den Adern gefrieren, wenn man sieht, in welche Gefahr sich die Akteure begeben. Und auf der nächsten Seite, im nächsten Bild, versteht man wieder, weshalb es sich lohnt, Entbehrung, Kälte, Angst und eben auch manchmal die Gefahr in Kauf zu nehmen.

Das Buch lässt uns an Bergwelten teilhaben, wie sie der allergrößte Teil der Bergliebhaber niemals kennenlernen wird. Gerade das macht das Buch so spannend: Bergsteiger in einer Umgebung, die so gar nicht für den Menschen gemacht ist und wohl gearde deshalb diese unbändige Faszination ausübt. Jede "Disziplin", sei es der Kletter, der Paraglider oder der Basejumper, birgt eigene Möglichkeiten, die Berge wahrzunehmen - in diesem Buch kommen sie alle auf zumeist ganzseitigen oder doppelseitigen Bildern zusammen. Mit dem Kapitel "Stimmung" schließt das Buch mit wunderschönen Aufnahmen ab, die den Leser wieder zu Atem kommen lassen - bis man zuklappt oder die Lektüre wieder vorne beginnt...

"Am Ende steht das Staunen - über die unermessliche, unbegreifliche Schönheit der Bergwelt." - Das kann ich nur genauso stehen lassen!!!

   

Schnellbach, Leo: "Allgäuer Bergsommer und Leben im Tal" nach oben!

Hardcover, 144 Seiten, ISBN 978-3-931951-50-4
Preis: 24,80 €, Hephaistos-Verlag e.K. 2018. Nähere Infos auch auf der Verlagsseite.

Leo Schnellbach (1911-1998) kam als junger Mann nach Sonthofen, inmitten der Allgäuer Berge, und konnte hier ein Leben lang seiner Leidenschaft für die Berge fröhnen. Seinen täglichen Lohn durch Veranstaltungs- und Portraitfotos verdienend, war die Kamera jedoch zu unserem Glück auf den zahllosen Bergtouren, Wanderungen und Spaziergängen auch stets dabei: dadurch entstand über Jahrzehnte ein gewaltiges Bildarchiv der Allgäuer Natur- und Kulturlandschaft.

Leos Sohn Rudolf und seiner Frau haben wir es zu verdanken, dass die schönsten und wichtigsten Stücke aus dem riesigen Archiv zu einem grandiosen Band zusammengetragen werden konnten: rund 250 Fotos zeigen die Allgäuer Berggipfel, idyllische Seen, alte Bauernhäuser, Marterl am Wegesrand, die Menschen im Wandel der Zeit. Die Bilder zeigen urige, zum Teil heute nicht mehr bestehende, oder aber zu größeren Bauten erweiterte Berghütten, Allgäuer Braunvieh, mutige Klettereien mit Hanfseil und Mauerhaken, Brauchtum und Dörfer, die doch inzwischen gewachsen sind. Eine riesige Fundgrube an Motiven, die zum Verweilen einladen, zu Bergtouren inspirieren, historisch interessant sind oder einfach nur: schön!

Einige Seiten leiten daneben natürlich auch durch das Leben des Privatmenschen und Fotografen Leo Schnellbach, der Großteil jedoch ist den wunderbaren Bildern inmitten von Hauptdolomit und Fleckenmergel gewidmet. Ein tolles Buch für jeden, der die Allgäuer Berge liebt und auch gerne mal einen zeitlichen Blick "zurück" wagen möchte. Heute hat die Familie Schnellbach ihr Fotostudio übrigens im Zentrum Oberstdorfs.

 

 

Schwabe, Gerald: "Allgäu-Panoramen 3" nach oben!

Hardcover, 81 Seiten, ISBN 978-3-86389-034-6
Preis: 12,95 €, brack-Verlag 2018. Nähere Infos auch auf der Verlagsseite.

Berg-Panoramen faszinieren immer wieder aufs Neue: der Blick schweift in die Weite und man hat dank des großen Blickwinkels das Gefühl, in der Landschaft zu stehen. Besonders intensiv ist dieser Eindruck natürlich auf Gipfeln im Gebirge. Der Erfolg spricht für sich, denn mit dem Band "Allgäu-Panoramen 3" legt Gerald Schwabe eben den bereits dritten Band der beliebten Panorama-Reihe vor. Und es geht wieder quer durch einer der schönsten Naturlandschaften Deutschlands: die Allgäuer Alpen.

Mit dabei sind natürlich bekannte Logenplätze wie der Hochgrat, das Riedberger Horn, das Walmendinger Horn, der Große Daumen, das Gaishorn, die Krinnenspitze usw. Doch auch weniger besuchte, sehr lohnenswerte Aussichtspunkte wie der Hochrappenkopf, die Siggener Höhe oder der Jochschrofen bei Oberjoch sind dabei. Den Schwerpunkt der insgesamt 39 Panoramen liefert natürlich das gipfelreiche Oberallgäu und Kleinwalsertal, doch auch das Tannheimer Tal und das Ostallgäu sind vertreten.

In allen Panoramen sind die Gipfel beschriftet und man bekommt angezeigt, von welcher Höhe in welche Himmelsrichtung geschaut wird. Die Bilder, die quer durchs Jahr aufgenommen sind, bestechen durch hohe Qualität und Farbbrillanz. So ist das Büchlein ein guter Begleiter für den Rucksack und macht auch daheim bei der Lektüre einfach nur großen Spaß.

   

Spengler, Erika: "Grenzgänger-Weg" nach oben!

broschiert, 128 Seiten, ISBN 978-3-7633-4531-1
Preis: 14,90 €, rother-Verlag 2018. Nähere Infos mit Lesebeispiel gibt es auf der Verlagsseite. Viele weitere Infos zum Weg auf www.grenzgaenger-wandern.com.

Allgäu: saftige Bergwiesen, schroffe Hauptdolomitgipfel, grasende Kühe, urige Alphütten, grandiose Blicke in die umliegende Bergwelt. Wer einmal im Allgäu wandern war, hat es sicher lieben gelernt. Inmitten der Allgäuer Alpen, mit seinem Schwerpunkt entlang des Jubiläumsweges zwischen Willersalpe und Prinz Luitpold-Haus, haben die angrenzenden Gemeinden aus dem bereits bestehenden Wegenetz den Grenzgänger-Weg geboren. Auf dem Weg locken gemütliche Hütten wie wunderschöne Bergseen, allen voran der Schrecksee, wie auch die Möglichkeit, Gipfel "mitzunehmen", so zum Beispiel das Gaishorn oder den König des Allgäus, den Hochvogel.

Die allgäuerfahrene Autorin Erika Spengler ergänzt den eigentlichen Grenzgänger-Weg um weitere Touren, die abseits, doch nahe dieses Weges erreicht werden können: hier locken die Landsberger Hütte mit der Schochenspitze, Rotspitze & Breitenberg bei Bad Hindelang, der Einstein im Tannheimer Tal, der Vilsalpsee und viele andere Touren die Wanderer mit wunderschönen Naturerlebnissen.

Alle Touren verfügen über eine Karte mit Wegeverlauf, Höhenprofil mit Gehzeiten und neben einer guten Beschreibung sind dem Leser alle notwendigen Infos an die Hand gegeben, die er zur Durchführung der Tour benötigt. Zu allen Wanderungen stehen auch GPX-Dateien zum Download bereit. Fehlt nur noch der "richtige" Wetterbericht und dieser Band im "Rucksackformat" mit feuchtigkeitsabweisender Polytex-Laminierung. Eine sehr gelungener Neuband der roten Wanderführer-Reihe von Rother!

   

Freudenthal, Lars: "Wanderungen für Senioren: Allgäu" nach oben!

broschiert, 128 Seiten, ISBN 978-3-86246-522-4
Preis: 14,99 €, J.Berg-Verlag 2018.

Mit dem Alter werden die Berg für einen Wanderer stetig etwas kleiner, vielleicht auch leichter – die Faszination für die Berge wird aber sicher nicht weniger. Zeit, um sich nach angemessenen und dennoch schönen, vielleicht auch zeitlosen Zielen umzuschauen: Lars Freudenthal stellt 33 Touren inmitten der Allgäuer Berge vor, die ja ohnehin zu den beliebtesten Urlaubszielen in Deutschland gehören.
Die Touren streuen von Oberstaufen im Westen, Füssen im Osten, Nesselwang im Norden und dem Kleinwalsertal im Süden quer über das gesamte Allgäu. Unter den Tourenvorschlägen sind zum einen Klassiker, die sicher jeder Allgäu-Liebhaber kennt, wie z.B. die Breitachklamm bei Oberstdorf, der Hündlekopf bei Oberstaufen mit seiner im Frühling berühmten Krokusblüte, das berühmte Nebelhorn mit seinem 400-Gipfel-Blick oder das Bolsterlanger Horn in der Hörnergruppe bei Sonthofen. Zum anderen werden viele gemütliche Spaziergänge vorgeschlagen, die zum genussvollen Naturerlebnissen einladen, so das Gemsteltal im Kleinwalsertal, das idyllische Obertal südlich von Hinterstein und das Werdensteiner Moor, wo man mit 720 m den höchsten Punkt der Runde erreicht hat.

Zu jeder Tour, zu jedem Spaziergang bekommt der Leser neben einer guten Beschreibung eine kleine Karte für die erste Orientierung, einen Steckbrief mit allen wichtigen Eckdaten wie Gehzeit, Streckenlänge, Ausgangspunkt, Anforderung usw. und schönes Bildmaterial, welches Lust auf die nächste Unternehmung macht. Infoboxen mit Ausflugtipps und Hintergrundinfos runden das informative Buch ab. Mehr als 300 Aufstiegsmeter kommen nirgends zusammen, mehr als höchstens vier Gehstunden sind es ebenfalls bei keiner Tour: hier wird nicht gestresst, keinem Gipfel hinterher gerannt, hier steht Naturgenuss ganz oben! Viel Spaß…!

   

Patitucci, Dan et. al.: "Wanderlust 2019" nach oben!

Spiralbindung, 13 Bilder, ISBN 978-3-667-11213-2
Preis: 34,90 €, Delius Klasing-Verlag 2018.
Fotografen: Dan Patitucci, Tobias Richter, Alexander Fuchs, Julian Garcia, Stefan Huwiler und Robert Harding.

Was passiert, wenn ein halbes Dutzend erstklassiger Landschaftsfotografen ihre Werke zum Thema "Wandern" zusammenlegen? Genau, das ergibt dann den vorliegenden, großformatigen (etwa 68 x 47 cm) Kalender mit 13 wundervollen Aufnahmen!

Ein ruhiges, stimmungsvolles Motiv aus der Schweiz leitet ein in ein Jahr voller großartiger Bergmomente, die schlichtweg alle Lust aufs Wandern machen. Sei es der weite Blick vom "Gipfel des Himmels", dem Himmeltindan in Norwegen, sei es der schneidige Hardergrat in der Schweiz (Teil des berühmten Brienzergrates), seien es die spektakulären Narrows in Utah oder der Haifoss-Wasserfall auf Island. Das schon fast meditative Titelbild aus der sächsischen Schweiz darf man nochmals im Oktober genießen, bevor die viergipflige Höfats aus den Allgäuer Bergen und der nepalesische Achttausender Annapurna mit seiner gewaltigen Südwand das Kalenderjahr vollenden. Aber natürlich fehlen bei den Motiven auch Klassiker wie die Drei Zinnen oder der höchste Alpengipfel, der Mont Blanc nicht.

Zu allen Motiven bzw. Regionen bekommt man kurz abgerissen einführende Informationen, so dass man erste Anhaltspunkte zu den jeweiligen Punkten erhält. Wer weiß, wohin einen die Wanderlust im nächsten Wanderurlaub treibt... Ein grandioser Begleiter durch das kommende Jahr 2019!

   

Funk, Gaby & Hohenester, Georg: "Wandern zu den schönsten Hütten der Allgäuer und Lechtaler Alpen " nach oben!

gebunden, 158 Seiten, ISBN 978-3-7654-5881-1
Preis: 19,99 €, Bruckmann-Verlag 2018.

Die Allgäuer und Lechtaler Alpen sind landschaftscharakterlich sehr eng miteinander verbunden, so dass sich viele Wanderer in beiden Regionen gleichermaßen wohl fühlen. Gaby Funk, langjährige Allgäu-Kennerin, und Georg Hohenester stellen 35 Hüttenanstiege vor, die quer über die Allgäuer & Lechtaler Alpen verteilt sind, sich jedoch schwerpunktmäßig an den jeweiligen Gebirgshauptkamm halten. Darunter sind natürlich viele bekannte Klassiker wie Prinz Luitpold-Haus, Rappenseehütte, Mindelheimer Hütte, Memminger und Augsburger Hütte, Landsberger Hütte usw., jedoch auch so manches nicht so hochalpin gelegene Ziel wie Willersalpe, Schwarzenberghütte oder die Otto-Mayr-Hütte. Also: es ist für jeden etwas dabei, lohnend sind ohnehin alle Ziele.

Die Autoren stellen stellen nicht nur die Anstiege zu den jeweiligen Hütten vor, sondern beschreiben auch mögliche Übergänge oder Gipfelziele. So liest man über den Anstieg zur Parseierspitze, zum Hochvogel, zur Wolfenebnerspitze oder zur Holzgauer Wetterspitze. Und natürlich wird auch auf die wunderschönen verbindenden Höhenwege eingegangen. Oder wer hat noch nichts vom Heilbronner Weg und dem Mindelheimer Klettersteig gehört? Mit 3-4 Seiten pro Tourenvorschlag bleibt genügend Platz für eine umfangreiche Beschreibung nebst tollen Fotos, die so recht Lust auf die nächste Tour aufkommen lassen.

Zu jedem Hüttenvorschlag gehören eine kleine Karte zur Orientierung, ein Hüttensteckbrief sowie ein Tourensteckbrief mit Angaben zur Schwierigkeit & Gehzeit, den zu bewältigenden Höhenmetern ect. So fällt die Auswahl des richtigen Zieles leicht - oder eben bei dieser traumhaften Bandbreite an lohnenden Zielen gerade nicht. Das Buch ist damit ein Muss für jeden Liebhaber dieser vielfältigen Bergregionen rund um die deutsch-österreischiche Grenze!

   

Dyhrenfurth, Norman G.: "Wozu ein Himmel sonst?" nach oben!

gebunden, 144 Seiten, ISBN 978-3- 7022-3689-2
Preis: 19,95 €, Tyrolia-Verlag 2018.

Im Herbst 2017 verstarb im Alter von stolzen 99 Jahren Norman Dyhrenfurth, Sohn des legendären Himalaya-Pioniers Günter O. Dyhrenfurth, und seines Zeichens selber berühmter Expeditionsleiter, Filmemacher und Buchautor. Als Norman schon nicht mehr glaubte, selber in den Himalaya zu kommen, konnte ihn sein Vater in die schweizerische Everest-Vormonsun-Expedition 1952 als Filmemacher vermitteln. Norman und der Everest - der Beginn einer großen jahrzehntelangen Leidenschaft! Es folgten viele weitere Expeditionen in den Himalaya wie in den Karakorum, doch der höchste Berg der Welt bleibt Normans Lieblingsziel: sein Meisterstück war zweifelsohne die Planung, Finanzierung und Leitung der erfolgreichen Everest-Expedition 1963, während der die erste amerikanische besteigung und vor allem die erste Überschreitung des Mount Everest gelangen, nachdem Hornbein und Unsoeld über den Westgrat und das Hornbein-Couloir zum Gipfel steigen und über den Normalweg der Erstbnesteiger absteigen. Ein Toter und schwere Erfrierungen bei den Gipfelsiegern sind zu beklagen, doch das gewagte Unternehmen gelingt dem Team.

Norman Dyhrenfurth schaut in diesem Buch einfühlsam zurück auf seine Everest-Expeditionen: 1952 mit den Schweizern, 1955 als Leiter einer Lhotse-Expedition und natürlich 1963 als Leiter der amerikanischen Expedition zum Mount Everest. Man spürt seine Liebe zu den hohen Berggipfeln, versteht, warum Norman kurz nach seiner ersten Expedition seinen Professorenjob an den Nagel hing. Norman führt die Expeditionstätigkeit des Vaters in die nächste Generation und muss sich um Eines nicht fürchten: dass man ihn nach seinem Tode allzu rasch vergisst. Denn das war immer wieder seine Befürchtung.

Dr. Michael Bilic umreißt abschließend auf elf Seiten das Lebenswerk des Norman Dyhrenfurth - ein Mann, der sein Leben ganz den Bergen gewidmet hat und sicher unvergessen bleiben wird!

   

Allmountain #8 nach oben!

kartoniert, 146 Seiten, ISSN 2192-2802
Preis: 9,80 €, Delius Klasing-Verlag 2018. Eine Beschreibung ist hier zu lesen.

Der Bergsommer steht vor der Türe. Welches Schlagwort repräsentiert wohl den Alpinismus besser als "Seilschaft"? Doch mit wem geht man die Seilschaft, die Verbindung am Berg ein? Das kann sehr manigfaltig sein: vorgestellt werden zum Beispiel der Fotograf, Kameramann und Bergsteiger Jimmy Chin, sein Seilpartner ist wenn man so möchte die Kamera, mit der er unter anderem Weltklassealpinisten wie Alex Honnold begleitet. Oder der Ausnahmebergsteiger Hansjörg Auer, der sich mit seiner free solo-Tour durch "Weg durch den Fisch" einen großen Namen gemacht hat , jedoch über ein riesiges Repertoire verfügt (und nunmehr aber auch schon als Schauspieler in Messners Regiedebut glänzte). Oder das Trio von Rydzewski, Barbaria und Klucker, die vor über 100 Jahren aktiv waren. Oder Gerlinde Kaltenbrunner: die erste Frau, die alle 14 Achttausender ohne Sauerstoffhilfe bestieg und die mit Ralf Dujmovits ihren Idealseilpartner fand. Oder Silvia Vidal: die Katalanin ist Spezialistin im technischen Klettern und fühlt sich im Karakorum ebensowohl wie im heimischen Spanien.

Diskuttiert wird natürlich auch wieder der technische Aspekt des Bergsteigens: die Fortentwicklung des berühmten Sicherungsgerätes Grigri, Für und Wider des Gehens am kurzen Seil, die "Evolution" des Rucksacks, Neuigkeiten auf dem Alpinmarkt und und und. Schön auch, dass das Magazin immer wieder generationenübergreifend ist und sich nicht nur mit der derzeitigen Elite befasst: so kann man zum Beispiel ein schönes Portrait über den Bergsteiger und Schlüssel-Schloss-Sammler Hanns Schell lesen.

Achja: in puncto "Seil" kommt man natürlich in den Bergen schon lange nicht mehr am Thema Slackline, oder besser Highline, vorbei: immer gewagter, immer höher über dem sicheren Boden wird balanciert und atemberaubende Bilder sind garantiert. Lukas Irmler und Samuel Volery zeigen, was sie nicht mit dem Seil, sondern auf dem Seil drauf haben. Irre!
Also: wieder und heuer zum 8. Male eine bunte Sammlung interessanter Beiträge und Artikel, die zum Lesen, Schmökern & Staunen einladen.

   

Deutscher Alpenverein: "Alpin-Lehrplan 6: Wetter und Orientierung" nach oben!

Broschur, 160 Seiten, ISBN 978-3-8354-1837-0
Preis: 30,00 €, blv-Verlag 2018.

Vor der allmählich näher rückenden Wander- und Hochtourensaison 2018 bringt der blv-Verlag den DAV-Alpin-Lehrplan 6 "Wetter und Orientierung" in 3., durchgesehener Auflage heraus. Ein ebenso wichtiges wie heikles Thema: wieviele Bergunfälle mit manchmal tödlichen Folgen könnten vermieden werden, wenn die Aktiven mehr Kenntnisse über das Wetter bzw. die Wetterentwicklung und die Orientierung im Gelände gehabt hätten?

Der Lehrplan 6 widmet sich diesen Themen ausführlich: zunächst werden auf 50 Seiten die notwenigen Grundlagen zum Verständnis des komplexen Themas "Wetter" gelegt: Luftdruck, Aufbau der Atmosphäre, Niederschlag, Temperatur und Wind sind wichtige Grundbegriffe. Doch auch Basiswissen für den Umgang mit Wetterkarten und das Zustandekommen von Tief- und Hochdruckgebieten werden auch für den Laien verständlich erklärt. Weitere knapp 30 Seiten erörtern Großwetterlagen wie z.B. den berühmten Föhn oder die gefürchteten Berggewitter und gehen auf grundsätzliche Klimagrößen in den Alpen ein. Das Kapitel "Wetter und alpine Gefahren" setzt sich mit dem wichtigen Thema der Wettervorhersage auseinander. Nicht jene, die man im Radio hören kann, sondern jene, die man anhand von Naturbeobachtungen machen kann. Hier gibt es wertvolle Tipps für das richtige Verhalten bei Starkregen, Nebel, Gewitter ect.
Auf gut 40 Seiten schließlich erhält der Leser alle wissenswerten Infos über die Orientierung mit Karte & Kompass, Höhenmeter & GPS. So macht die Tourenplanung daheim - egal ob analog mit der Karte oder digital am Rechner - richtig Spaß.

Der gut verständliche und doch nicht unwissenschaftliche Stil zieht sich durch das gesamte Buch, erläutert auch über die vielen farbigen Abbildungen. Eine sehr angenehm zu lesende Lektüre, die sich ausdrücklich nicht an in diesem Bereich wissenschaftlich Vorgebildete richtet. Ein wenig Vorwissen schadet freilich nicht, wenn es um das schnelle Verständnis der Fachtermini geht. Doch das versteht sich bei diesem Thema meiner Meinung nach von selbst.

   

Messner, Reinhold: "Berge versetzen" nach oben!

Broschur, 192 Seiten, ISBN 978-3-8354-1842-4
Preis: 20,00 €, blv-Verlag 2018.

Der Titel "Berge versetzen" ist ein Klassiker unter Messner vielen Werken, die er in den vergangenen etwa 50 Jahren publiziert hat: die Erstauflage erschien 1993, nun liegt, 25 Jahre später, die 9. Auflage vor: der Untertitel hat sich geändert, doch passt freilich noch immer: "Credo eines Grenzgängers" hieß es einst auf dem Buchtitel, nun wurde daraus "Risiko-Management in Perfektion" - beide Mottos dürften sich in Messners Fall wundervoll ergänzen. Messner lässt in zwölf ausgewählten Kapiteln sein erfolgreiches Leben, durch welches sich Niederlagen und Triumphe gleichermaßen ziehen, am Leser vorbeiziehen: sei es die erstmalige Durchsteigung der Rupalwand am Nanga Parbat 1970, die wagemutige Besteigung eines Achttausenders in nur einem 2-Mann-Team 1975, die Erstbesteigung des Mount Everest ohne Flaschensauerstoff 1978, die Doppelüberschreitung zweier Achttausender 1984, die Durchquerung der Antarktis 1989/90 und Grönlands 1993 und und und...

In allen Texten, in allen Kapiteln, die teils im Tagebuchformat, teils im Fließtext geschrieben sind und dem Leser so eine gewisse emotionale Nähe zum Geschehen ermöglichen, wird eines deutlich: hätte Messner nicht die Eigenschaft, Risiken ins Kalkül ziehen zu können, instinktiv auf drohende Gefahren und Notlagen reagieren zu können und sich auch oft genug als Expeditionsleiter durchsetzen und eine Gruppe leiten zu können - er wäre nicht der erfolgreichste Bergsteiger des 20. Jahrhunderts geworden. Auch insofern passt der neue Untertitel des Buches durchaus ausgezeichnet.
Das Buch fasziniert nicht nur wegen der toll geschriebenen Seiten (dass Messner ein guter Erzähler - in Schrift und dem gesprochenen Wort - ist, weiß jeder, der ihn schon einmal live erleben durfte) und der vielen, oft ganz- und doppelseitigen Bilder, sondern weil bei der Lektüre eines klar wird: welche ungeheure Triebfeder hinter dem Menschen Reinhold Messner und seinem alpinen Lebenswerk steckt. Mit solcher Motivation, mit solchem Engagement für eine Sache, für ein Ziel, lassen sich tatsächlich, auch im eigenen Leben, "Berge versetzen".

   

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