Die Geschichte des Everest von 1990 bis 1999:

1990
Der Australier T. Macartney-Snape marschiert 1000 Kilometer (!) durch Indien und Nepal zum Basislager und besteigt den Everest am 11. Mai ohne Flaschensauerstoff. Der erste Mensch, der den höchsten Berg der Welt von Meereshöhe aus besteigt!!!

1992
Dem Franzosen P. Tarvidel gelingt am 27. September eine Skiabfahrt vom Südgipfel.

1993
Japanern gelingt die Bonington-Route durch die Südwestwand erstmalig im Winter.

1995
Eine japanischen Mannschaft begeht erstmals den gesamten Nordostgrat bis zum Gipfel. Sie vollenden damit die Route, die Chris Bonington bereits 1982 versucht hatte. Zwei Japaner und vier Sherpas erreichen am 11. Mai den Gipfel.

G. Mallory, ein Enkel des legendären George Leigh Mallory, erreicht über den Nordgrat den Gipfel.

Die Britin Alison Hargreaves schafft von Norden eine Besteigung ohne Fremdhilfe und ohne Flaschensauerstoff. Drei Monate später kommt sie am K2 ums Leben.

1996
Am 10. Mai kommt es am Normalweg zur Katastrophe, als sich die "Klienten" kommerzieller Expeditionen viel zu spät am Tag noch im Gipfelaufstieg befinden. Als ein Orkan hereinbricht, ist die Trgödie nicht mehr aufzuhalten: elf Menschen sterben insgesamt im Mai 1996, darunter auch die Leiter der beiden größten Gruppen - Rob Hall und Scott Fischer.

Der Schwede Göran Kropp reist mit dem Fahrrad nach Nepal (!) und steigt ohne künstlichen Sauerstoff am 23. Mai auf den Everest. Umso bewundernswerter ist der Aufstieg, als das Kropp wenige Tage zuvor seinen ersten Versuch in Gipfelnähe abgebrochen hatte. Nach der Besteigung "radelt" Kropp den größten Teil der Strecke heimwärts.

Wenige Tage nach der Tragödie am Normalweg gelingt dem Südtiroler Hans Kammerlander am 24. Mai ein Blitzaufstieg von Norden in nur 17 Stunden und vom Gipfel die erste Skiabfahrt vom Everestgipfel. Keine vollständige Abfahrt allerdings, weil die Ski ab und an abgenommen werden müssen.

David Breashears und seinem IMAX-Team gelingt es, den gesamten Aufstieg auf großformatigem Filmmaterial festzuhalten. Am 23. Mai ist auch sein Team am Gipfel. Ed Viesturs gelingt dabei zum wiederholten Male ein Aufstieg ohne Flaschensauerstoff.

Die Russen P. Kousnetzow, V. Kokhanov und G. Semikolenkov begehen am 20. Mai erstmalig das Nordcouloir zwischen Nord- und Nordostgrat.

1998
Der Everest verkommt mehr und mehr zum Rekordberg: es werden diverse Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt, wobei die Nordaufstiege aufgrund des meist höheren Startpunktes (vorgeschobenes Basislager auf über 6000 Meter) deutlich kürzer sind. Auch Altersrekorde (jüngster und ältester Besteiger) werden aufgestellt.

Der Amerikaner Tom Whittaker, der seinen rechten Fuß durch einen Autounfall verloren hat, steigt mit Fußprothese zum Gipfel, den er am 27. Mai erreicht.

1999
Der Sherpa Babu Chiri übernachtet auf dem Gipfel (6./7. Mai) und verbringt mit 21,5 Stunden einen Rekordaufenthalt auf dem Gipfel. Drei Wochen später steht er erneut auf dem Gipfel.

Amerikanische Bergsteiger finden am 1. Mai, von Angaben des Deutschen Jochen Hemmleb geleitet, im Rahmen einer Suchexpedition die Leiche George Leigh Mallorys, der seit 1924 als verschollen galt. Die Leiche wird am Berg bestattet. Ein Bild der mumifizierten Leiche gibt es hier.

 

 

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