Changabang - 6864 m

Changabang

Bild: der Changabang mit seiner Westwand. Rechts der Licht-Schatten-Grenze der Südpfeiler. (c) Doug Scott

Lage: Garwhal Himalaya

Der Changabang wird von vielen als der härteste Berg Indiens bezeichnet. Bereits Frank Smythe zeigte 1937 seine Hochachtung bezüglich der abweisenden Gestalt des Berges: "a peak that falls from crest to glacier in a wall that might have been sliced in a single cut of a knife".

Erschließungschronik:

1883 W. W. Graham gibt an, den Changabang erstiegen zu haben. Dies ist heute sehr unwahrscheinlich. Vermutlich hatte Graham den Gipfel verwechselt und einen kleineren Gipfel in der Nähe des Dunagiri (nicht Dhaulagiri) erstiegen.
1974 Einer britisch-indischen Expedition unter Chris Bonington und Balwant Sandhu gelingt die Erstbesteigung am 4. Juni durch Martin Boysen, Dougal Haston, Doug Scott, dem Sherpa Tashi Chewang, Chris Bonington und Balwant Sandhu. Von der ursprünglich angedachten Westseite sehen sie angesichts der offensichtlichen Schwierigkeiten schnell ab und ersteigen den Gipfel über die Ostwand und den Nordostgrat.
1976 Eine sechsköpfige Japaner-Gruppe unter Naoki Toda ist am Südwestgrat erfolgreich, benutzt hierbei jedoch Fixseile.
Im Herbst durchsteigen Peter Boardman und Joe Tasker die schwierige Westwand, eine der anspruchsvollsten Routen im Himalaya. Ihre Durchsteigung dauerte 25 Tage bei Schwierigkeiten bis zu VI / A2. Gleichzeitig versucht eine weitere britische Gruppe den Südpfeiler, muss aber aufgeben.
1978 der schwere Südpfeiler wird erstmals von Alex MacIntyre (GB) und John Porter (USA) in der einen Seilschaft und Voytek Kurtyka und Krystof Zurek (beide POL) in der anderen Seilschaft bestiegen. Nach acht Tagen (18.-29. September) in der Wand erreichen sie den Gipfel und steigen in zwei Tagen über den Ostgrat wieder ab. Die Schwierigkeiten erreichen VI / stellenweise A3.
1981 Eine italienische Großexpedition erklettert den Südgrat mit Fixseilhilfe.
1982 Die indische Regierung sperrt den Gipfel bis 1995.
1995 Die Regierung gibt Besteigungserlaubnisse wieder heraus - jedoch nur für die Nordseite entlang des Bagnini-Gletschers.
1997 Einem vierköpfigen britischen Team gelingt die erste Alpinstil-Durchsteigung der Nordwand.
1998 Im Frühjahr leitet Carlos Buhler ein fünfköpfiges russisch-amerikanisches Team durch den Zentralteil der Nordwand. 16 Tage verbringt das Team in der Wand.

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