Deutsch-französische Mount everest-Expedition 1978

Teilnehmer:

01. Karl-Maria Herrligkoffer (Leiter)
02. Robert Allenbach
03. Hans Engl
04. Günter Härter
05. Hubert Hillmaier
06. Sigi Hupfauer
07. Hans Kirchberger
08. Willi Klimek
09. Bernd Kullmann
10. Doris Kustermann
11. Horst Laube (Arzt)
12. Josef "Sepp" Mack
13. Martin Rink
14. Schorsch Ritter
15. Wanda Rutkiewicz
16. Horst Schumann (Kameramann)
17. Franz Seiler
18. Marianne Walter
19. Sepp Walter
20. Hubert Wehrs.


Die französische Gruppe gab seperate Grußkarten heraus.

 
Grußkarte 1978

Bild: Grußkarte mit den Unterschriften.

   
Quellen zur Expedition (Auswahl):
Herrligkoffer: "Mein Weg in den Himalaya" (Pietsch 1989)
Herrligkoffer: "Mount Everest" (Langen 1982)

Herrligkoffer: "Abschied vom Himalaya" (Bayerland 1989)
Höfler & Messner: "Karl Maria Herrligkoffer" (AS-Verlag 2001)

http://www.herrligkoffer-stiftung.de/expeditionen/highlights/15-1978/
Himalayan Database
Grußkarte 1978

Bild: Grußkarte mit den Unterschriften und "Expeditionsaufkleber".

zur Expedition:
Während der vergangenen Jahre musste Herrligkoffer mehrfach seine hauptsächlichen Expeditionsziele ändern, da diese erreicht worden waren: 1975 durchstieg Boningtons Team erstmals die Südwestwand, 1978 erreichte mit Reinhard Karl der erste Deutsche den Gipfel sowie mit Reinhold Messner und Peter Habeler die ersten Bergsteiger, die den Aufstieg ohne Zuhilfenahme von Flaschensauerstoff schafften. Pierre Mazeaud wollte ursprünglich sein 76er-Permit mit Herrligkoffer tauschen. Herrligkoffer schlug jedoch vor, dass Mazeaud ein Permit für den Lhotse beantragen möge, so dass man Everest und Lhotse 1978 in einer gemeinsamen Expedition angehen könne. So kam es. Letztlich waren aber denoch zwei getrennte Gruppen am Berg unterwegs, man war lediglich hinsichtlich des Permits eine Gruppe.

Am 8. August startet der Hauptteil der Mannschaft in München; Ende August (am 31.) wird das Basislager erreicht. Probleme gibt es nicht nur mit den z.T. fehlenden bzw. defekten Sauerstoffmasken, sondern auch im Team - hier u.a. mit der Rolle von Wanda Rutkiewicz, die zwar emanzipiert auftritt, männliche Kollegen hingegen mehr schaffen (Herrligkoffer "Mein Weg in den Himalaya", Seite 219). Besonders Sigi Hupfauer mag sich nicht gefallen lassen, dass sich Wanda Rutkiewicz in Voraussicht ihrer Popularität nach einem geglückten Everestaufstieg doch sehr helfen lässt. "Wir sahen ihre Leistungen: nichts gefilmt zum Lager 3, wenig getragen, nichts versichert, keine Hochlager erstellt, keine Reperaturarbeiten im Bruch [im Khumbu-Eisbrucham Fuße des Berges; Anmerkung des Webmasters] - nur Starallüren" (Herrligkoffer: "Besessen, sieghaft, umstritten", Seite 227/228).
Mitte September steht Lager II auf 6450 m Höhe. Allerdings gibt es Ausfälle im ursprünglich 22-köpfigen Team: Kirschberger muss wegen einer Rippenfraktur die Heimreise antreten, Härter wegen Erfrierungen. Jörg Daum muss wegen Zahnproblemen nach Hause.
Anfang Oktober herrscht Sturm und Schneefall, für die zweite Oktoberhälfte wird jedoch am 12. Oktober besseres Wetter vorhergesagt. Herrligkoffer fackelt auf Basis dieser Vorhersage nicht lange und weißt Engl und Mack zum weiteren Aufstieg an. Hans Engl und Sepp Mack brechen am 13. zum Lager IV auf dem Südsattel auf. Auch Pierre Mazeaud, Kurt Diemberger und Hubert Hillmaier erreichen an diesem Tag Lager IV. Bei schlechtem Wetter wird ein zweites Zelt errichtet.

Am 14. Oktober um 8 Uhr steigen Mack, Hillmaier und Engl Richtung Gipfel, Diemberger und Mazeaud müssen den Aufstieg abbrechen. Mack und Hillmaier steigen voraus, legen sie Spur und versichern den Hillary Step. Engl beschreibt den Aufstieg aus physiologischer Sicht als problemlos (Herrligkoffer "Mein Weg in den Himalaya", Seite 222/223) und hat offenbar keinerlei Probleme mit der Höhe.

Um 17:15 Uhr ist Engl, nach Mack und Hillmaier, am Gipfel. Damit ist er der erste Deutsche, der den Everest ohne Flaschensauerstoff erreicht. Und nach der Seilschaft Messner/Habeler der 3. Mensch, dem dies gelingt. Am späten Abend erreichen Engl, Hillmaier und ein völlig erschöpfter Mack den Südsattel. In den folgenden Tagen erreichen viele weitere Expeditionsmitglieder den Gipfel: am Folgetag Jean Afanassieff, Nicolas Jaeger, Pierre Mazeaud und Kurt Diemberger. Am 16. Oktober stehen Sigi Hupfauer, Wilhelm Klimek, Robert Allenbach, Wanda Rutkiewicz, Ang Kami Sherpa, Ang Dorje Sherpa und Mingma Nuru Sherpa oben; letztere beiden ohne Flaschensauerstoff. Am 17. Oktober stehen schlussendlich auch Georg Ritter und Bernd Kullmann oben.

Mit 16 Teilnehmern am Gipfel gehört die deutsch-französische Everestexpedition 1978 zu den erfolgreichsten Everest-Unternehmungen bis dato, wenn es um die Anzahl der Teilnehmer am Gipfel geht! Was mich persönlich wundert ist, dass Reinhard Karl nach seiner Everestbesteigung Monate zuvor hierfür mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet wurde: die höchste Auszeichnung für Sportler in Deutschland. Hans Engl bekam auch keine vergleichbare Auszeichnung für seine 02-freie Besteigung.

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