Deutsche Rupal-Expedition 1964

Teilnehmer:

01. Karl-Maria Herrligkoffer (Leiter)
02. Raphael Hang
03. Erwin Hofmann
04. Gottfried Lapp
05. Peter Müller
06. Reinhold Obster
07. Gebhard Plangger
08. Karl Reinhold
09. Wilhelm Schloz

Quellen zur Expedition (Auswahl):
Herrligkoffer: "Mein Weg in den Himalaya" (Pietsch 1989)
Herrligkoffer: "Abschied vom Himalaya" (Bayerland 1989)
Höfler & Messner: "Karl Maria Herrligkoffer" (AS-Verlag 2001)
Höfler: "Nanga Parbat" (AS-Verlag 2002)
Heichel: "Chronik der Erschließung des Nanga Parbat" (Kamenz 2013)

 
Grußkarte 1964

Bild: Grußkarte mit den Unterschriften.

zur Expedition:
Dieses Mal will Herrligkoffer den Nanga Parbat im Winter angehen: am 31. Januar verlässt die Mannschaft München, ist aber erst am 28. Februar am Hauptlagerplatz auf der Hochweide Tap. Der Schnee gestaltet den Anmarsch bzw. die Anfahrt schwieriger als bislang gewohnt. Während die Mannschaft das Hauptlager errichtet, platzt ein Bauer in die Arbeiten und hält Herrligkoffer einen alten Bergstiefel vor, der nur von Sherpa Gay Lay (Opfer der Tragödie von 1934).
Tags darauf kann in 4600 m Höhe Lager I errichtet werden. Zudem werden im Tal Vorbereitungen getroffen, das Hauptlager auf einen lawinensichereren Platz zu verlegen.

Der weitere Aufstieg geht rasch voran, so dass bereits am 4. März das Felsbollwerk unterhalb des Wieland-Gletschers in Angriff nehmen kann. Eine Lawine, die sich aus einem sich lösenden Schneebrett entwickelt, reißt vier Bergsteiger, darunter Gebhard Plangger und Gottfried Lapp etwa 500 Meter in die Tiefe. Alle überleben verletzt, doch der Schock sitzt tief. Tags darauf wird das Lager I geräumt, zudem es in den nächsten Tagen ununterbrochen schneit und zu allem Übel der Begleitoffizier nur Ausflüge in einem Radius von einer Meile erlaubt.

Am 17. März wird erstmals nach der Zwangspause das Lager I wieder besetzt. Erkundungsvorstöße ergeben, dass der Aufstieg übder den Wieland-Gletscher die beste Route zu sein scheint. Erst gegen Frühlingsanfang können Raphael Hang und Gebhard Plangger in der nach wie vor winterlichen Wand auf 5400 Metern Lager II einrichten. Eine „Meuterei“ unter den Trägern macht die Situation nicht besser und zwingt die Mannschaft, mehr Gepcäk selbst hinauf zu tragen. Am 29. März, Ostersonntag, steigen Hang und Obster von Lager I über Lager II, wo sie von Hoffmann, Plangger und Müller bewirtet werden, den Wieland-Gletscher hinauf. Sie versichern den oberen Teil des Wieland-Gletschers und erreichen mit 5800 Metern etwa jene Stelle, wo wenige Tage später Lager III stehen soll. Es ist die höchste erreichte Höhe der Expedition, was zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen kann.

Ein Telegramm aus Karachi ist für die Expedition das Aus: man steige auf einer falschen Route durch die Wand und müsse die Expedition abbrechen! Das Permit wird entzogen. Inwiefern der nicht wohlgesonnene Begleitoffizier hier seine Hände im Spiel hat, kann man nicht nachweisen. Es handelt sich jedenfalls nicht um einen verfrühten Aprilscherz - ein Novum im Himalaya-Bergsteigen! Herrligkoffer ist machtlos, muss dem Irrwitz Folge leisten und reist wenige Tage später mit der Mannschaft ab.

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