Laufbacher Eck-Weg & Oytal - bis 2111m

meine persönliche Kurz-Bewertung der Tour

Flora am Weg!

Zur Route: Der Laufbacher Eck-Weg verbindet das Edmund Probst-Haus am Nebelhorn bei Oberstdorf mit dem Prinz Luitpold-Haus am Hochvogel. In vielen Quellen liest man, dieser Höhenweg, der sich ständig auf einer Höhe von etwa 2000 Metern bewegt, sei der schönste seiner Art in den Allgäuer Alpen. Ich bin diesen Weg nun bislang dreimal gegangen: 1995 alleine und bei mäßigem Wetter, zwei Jahre später dann bei Traumwetter. Zuletzt im Jahr 2001 mit meiner Freundin Danuta - auch wieder bei sehr gutem Wetter. Ich kann mir kaum vorstellen, das es in den Allgäuer Alpen vergleichbare Wege gibt, die einem soviel Genuß und Eindruck vermitteln wie dieser!
Schwierigkeiten stellt der Weg an den Wanderer nicht. Allerdings können bis in den Sommer hinein Altschneefelder vorhanden sein, die vorsichtiges Gehen und entsprechende Trittsicherheit voraussetzen. Auch bei Nässe und nach starken Regenfällen ist entsprechende Vorsicht geboten. Nach Angaben des AV-Führers benötigt der Weg von Hütte zu Hütte etwa 4-5 Stunden Gehzeit, kann allerdings durch vorzeitigen Abstieg abgekürzt werden. Es ist zu beachten, dass es auf dem gesamten Weg keine Einkehrmöglichkeit, wohl aber Bachläufe zum Auffüllen des Wasservorrates gibt.


Die Bilder des folgenden Berichtes stammen von den Begehungen 1997 und 2001.

 

 

Montag, der 27. August 2001 Top

Bergstation am Nebelhorn

Um 6:20 Uhr klingelt der Wecker. Nach dem Frühstück packen wir (meine Freundin Danuta und ich) unsere Sachen und fahren um 7:30 Uhr von Hindelang nach Oberstdorf, wo wir nach einer knappen halben Stunde ankommen. Mit der Nebelhornbahn, es sind schon so einige Wanderer unterwegs, fahren wir bis zum Edmund-Probst-Haus auf gut 1900 m Höhe und können hier um 8:50 Uhr starten.

Die Bergstation der Nebelhornbahn und das Edmund Probst-Haus. Dahinter links das Nebelhorn, das sich nach rechts in die Felsen des Hindelanger Klettersteiges fortsetzt.

Bei wunderschönem Wetter wandern wir auf bereits mir bekannten Wegen, nachdem ich ja schon den Verbindungsweg zum Prinz Luitpold-Haus 1995 und 1997 gegangen war. Aber auch Danuta gefällt der Weg sehr gut. Bei sehr frischem und böigem Wind wandern wir zügig weiter, um die sonnigen Südhänge zu erreichen, wo wir den Schatten verlassen können.

Seealpsee und Höfats

Erster berühmter Blickfang auf dem Weg ist natürlich der Seealpsee, hinter dem sich die viergipflige Höfats und viele andere Gipfel der Allgäuer Alpen aufbaut.

Der Seealpsee. Links die Höfats, rechts der Bildmitte die Mädelegabelgruppe.

Mit diesem Panorama gehts es weiter ostwärts, die Morgensonne im Gesicht. Ständig halten wir kurz an, um das Panorama in uns aufzunehmen. Hier und da kurze Stellen, die mit Drahtseil versichert sind - nichts Ernstes und Danuta machts Spaß, ab und an kurz "anpacken" zu können. Der Weg gestaltet sich kurzweilig und landschaftlich grandios und überlaufen ist der Weg zu dieser noch frühen Stunde auch nicht.

Auch nach Norden können wir, gerade zu Beginn des Weges, herrliche Blicke ins Hintersteiner Tal genießen:

Blick ins Hintersteiner Tal


Blick ins Hintersteiner Tal mit Gais- und Rauhhorn und dem im Schatten liegenden Giebelzug.

Schließlich sehen wir das erste Ziel unserer Tour vor uns - das Laufbacher Eck. Nicht viel mehr als ein Grahügel über dem Grat ist es die höchste Erhebung des Weges: 2111m hoch.
In Kehren ersteigen wir schließlich den Laufbacher Eck-Sattel, eine Einsattelung zwischen Laufbacher Eck und Rotkopf bzw. der Schneckgruppe. Da hier viele Wanderer picknicken dränge ich, gleich die fehlenden Meter zum Laufbacher Eck aufzusteigen. Die beste Rundsicht hat man ohnehin von dort oben und Ruhe scheinen wir dort auch eher zu finden als hier am Sattel. Nach einem kleinen Kurzaufstieg also stehen wir auf dem Laufbacher Eck, es ist kurz vor elf Uhr. Bei immer noch starkem Wind schaue ich in die Runde, das Panorama ist einfach phantastisch. Danuta interessiert aber zur Zeit nicht, welcher Berg denn nun die Höfats ist oder wo der Hochvogel zu sehen ist. Sie möchte sich bei Wasser und Broten stärken und verlangt nach einer Pause. Soll sie haben!

Panorama

Panorama vom Laufbacher Eck: Links die Fuckskarspitze und der Hochvogel. Es folgen die Hornbachkette, Wildengruppe und Schneck und rechts die Höfats, links davon die Mädelegabelgruppe in der Ferne.

Am Ziel!!!

Wir picknicken also gemütlich, sind zunächst auch sogar alleine hier oben, genießen die Rundschau, machen Fotos und filmen. Das Panorama ist auch einfach toll: Hochvogelgruppe - Hornbachkette - Schneck - Höfats - Ifen - Nebelhorn und Hindelanger Klettersteig - Giebel - Rauhhornzug. Berge ringsrum! Man kann sich gar nicht losreißen, aber auch wir müssen weiter!

Danuta und ich auf dem windigen Laufbacher Eck. Hinten rechts die Daumengruppe.

Vom Laufbacher Eck geht's dann auf der anderen Seite des Sattels zunächst wieder hinab, ständig die Hochvogelgruppe vor Augen. Der Weg leitet unschwierig tiefer, aber recht steil und daher etwas mühselig. In Kehren verlieren wir Höhe, bevor der Weg allmählich wieder verflacht und angenehmer zu gehen ist. Weiter unten kann ich trotz des heißen und recht trockenen Sommers dann doch noch ein Versprechen halten: mein Schatz kann einige Meter durch Schnee waten und ist ganz begeistert: Schnee mitten im Sommer, das ist zumindest ihr neu.

Bis auf 1840 m steigen wir und biegen dann rechts Richtung Himmeleck ab. Der eigentliche Höhenweg verläuft geradeaus weiter: er erreicht etwa bei der Schönberghütte seinen tiefsten Punkt mit ungefähr 1600 Metern. Von dieser Hütte bietet sich Gelegenheit zum vorzeitigen Abstieg Richtung Giebelhaus (1,5-2 Std.) oder eine weitere Abbiegemöglichkeit zum Himmeleck. Bleibt man geradeaus auf dem Weg, steigt dieser ab dort wieder allmählich und zuletzt stärker ansteigend zum Prinz Luitpold-Haus an.
Wir aber wollen weiter zum Himmeleck-Sattel, den wir nach einem ersten Anstieg und dann wieder verflachend in einer halben Stunde ab Wegabzweigung erreichen. Der Sattel, 2007 m hoch gelegen, bietet neben frischem Wind in Sturmstärke auch phantastische Nahblicke auf die Höfats, die sich ja seit dem Laufbacher Eck nicht mehr gezeigt hatte.

Meine Neugier treibt mich noch höher: im Eiltempo

Blick zum Schneck

steige ich Richtung Schneck höher und erreiche nach vielleicht zwanzig Minuten den Vorgipfel, von dem man fantastische Blicke auf den Hauptgipfel hat. Den Hauptgipfel selbst besteige ich nicht - der ausgesetzte Reitgrat auf den letzten Metern schreckt mich ab. Also mache ich noch rasch ein paar Filmaufnahmen und Fotos und eile wieder hinunter.

Nachblick vom Vor- zum Hauptgipfel des Schneck. Links hinten der Gr. Daumen, direkt darunter das Laufbacher Eck.

Nach einer Verschnaufpause geht's dann talwärts Richtung Oytal. Die letzten beide Male bin ich stets zum Luitpold-Haus weiter gegangen, der Weg über den Himmeleck-Sattel ins Oytal ist auch für mich neu.

Käseralpe

Über einen guten Weg steigen wir in dieses beeindruckende Tal ab, das völlig von der Höfats bestimmt wird. Aber auch die Blicke auf die abweisenden Felswände der Wildengruppe, die ich nicht von dieser Seite kenne, lohnen. Der Weg ist recht gut zu gehen, wir treffen nur wenig Leute. Von hier kann man auch weiter zur Kemptner Hütte, ein noch langes Stück. Nach etwa anderthalbstündigem Abstieg, kurz vor 15:30 Uhr, erreichen wir die wunderschön gelegene Käseralpe auf 1406 Metern und stärken uns in der Gaststube mit frischer Milch und Skiwasser. Sonne hatten wir ja schon genug und mein Schatz scheint sich eh die Beine verbrannt zu haben.

Der Webmaster vor der Käseralpe.

Allein die Hütte lohnt auf jeden Fall einen Ausflug, die Lage zwischen Wildengruppe, Höfats und dem abweisenden Himmelhorn mit seinem steilen Rädlergrat (extreme Graskletterei im V. Grad) ist einfach herrlich!!! Eine Hütte mit gemütlich-freundlicher Atmosphäre!

Gegen 16 Uhr brechen wir auf und machen uns auf den weiteren Weg talauswärts. Der Fahrweg ist breit und verläuft nur leicht abfallend weiter talwärts. Auch eine Herausforderung für Mountainbiker. Am Stuibenwasserfall machen wir noch mal kurz Stop. Unser Weg führt uns am Seilhenker, einem nordöstlichen Ausläufer der Höfats, vorbei in etwa einer Dreiviertelstunde zur Guten-Alp, einer kleinen und einfach bewirtschafteten Alm auf etwa 1055m. Gegen 17 Uhr sind wir schließlich am Oytalhaus (1006m), direkt unter den beeindruckenden Seewänden gelegen. Oberhalb dieser Wände liegt der Seealpsee, von hier nicht zu sehen. Wir rasten noch einmal kurz. So schön der Abstieg auch war, allmählich verlangen unsere Füße nach Ruhe. Aufgrunddessen zieht sich die nächste Stunde ganz schön, obwohl der Weg am Oybach entlang wirklich schön zu gehen ist. Wirklich müde sind wir auch nicht, aber mit Plattfüssen macht es keinen Spaß mehr. Um 18:18 Uhr ist es endlich geschafft, als wir ziemlich ready den Wagen an der Talstation der Nebelhornbahn erreichen. K.O. sind wir und haben genug für heute, haben aber eben auch eine wunderschöne Tour unternommen.

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